Donnerstag, 28. Februar 2008

Mo, 28. Feb. 2008

Da Nano noch nicht von seinem Kombo-Zahnarzt-Trip zurück war, musste Judy ihren Off-Day opfern, damit wir in der Schule nicht unterbelegt sind. Um es mal auf einer Notenskala auszudrücken: als wir noch mehr als 5 Lehrer waren, war es "Sehr Gut". Zu fünft ist es immer noch "Gut". Bei 4 Lehrern läuft der Schulbetrieb immerhin noch "Befriedigend", während er bei Dreien bestenfalls "Ausreichend" ist. Auch beim Ziehen aller zur Verfügung stehenden Register (A-Privilege, kein Literature, kein Vorlesen mehr, ...) sind zwei Lehrer absolut "Mangelhaft", und lediglich Einer nichts anderes als "Ungenügend". Nach diesen Kriterien war die Lehrerzahl an diesem Tag (4) also noch mehr als ausreichend ;-)


"Besuch" im Zivihaus


In dieser Nacht bekamen Paul und ich Besuch von zwei fetten Mäusen in unserem Zimmer. Nachdem sich Paul als Kammerjäger betätigt hatte, war immerhin eine tot und die andere hatte sich verkrochen.


Mittwoch, 27. Februar 2008

So, 27. Feb. 2005

Um 8:27 machte sich Paul auf den Weg nach Kundung. Er kam früher zurück als erwartet, so dass der Gottesdienst pünktlich um halb Zehn beginnen konnte. Die Kundung People waren wohl schon fertig gewesen. Hermann sprach im Gottesdienst über die Wiederkunft Jesu, der - wie Paul - früher als erwartet zurück kommen kann; er kann aber auch später kommen. Um Gottes Wirken in der Geschichte und Seinen Plan mit dem Volk Israel zu verdeutlichen, machte er eine Skizze auf einer Tafel. Sie fing bei der Schöpfung an, ging über Abraham und die Propheten bis zu Jesu erstem Kommen, und über die Zerstörung Jerusalems (70), der Diaspora, die Wiederbildung des Staates Israels im gelobten Land (1948) bis in die Zukunft zur Entrückung und der Zeit der großen Bedrängnis. Gott hat einen Plan für die Zukunft, und Israel ist ein sichtbares Zeichen für das Einhalten dieses (Zeit-) Plans und der Versprechen, die Gott in Seinem Wort gegeben hat.


Am Nachmittag war ich so groggy vom späten Zubett Gehen in der Nacht zuvor, dass ich bis kurz vor Fünf Siesta machte.



"Bubas" Fahrrad



Später gab es ein kleines Problem zu regeln. Mariama kam zu mir, und beklagte sich, dass Buba ihr zugesetzt habe, weil ich sie (und Amie) mit einem Fahrrad habe fahren lassen, das er repariert hatte. Er schien wohl zu denken, dass es dadurch seines geworden sei. Jedenfalls kam er zu ihr, packte sie am Genick, und schärfte ihr ein, das nicht mehr zu tun. Sie solle auch Amie ausrichten, in Zukunft nicht mehr mit seinem Fahrrad zu fahren; dabei ist das für ihn viel zu klein, und nur für die kleinen und leichten Kinder geeignet - nicht für Teens wie Buba. Mit Mariama ging ich zu Buba um die Sache zu besprechen. Er gab zwar zu mit ihr über das Rad gesprochen zu haben, wollte sie aber nicht eingeschüchtert haben. Moses war sein Zeuge, und unterstrich seine Aussage. Mariama wollte aber nicht von ihren Behauptungen lassen, und so stand Aussage gegen Aussage. Hermann kam nun hinzu, und sagte den dreien, sie sollten sich "dahin setzen, und darüber nachdenken".


Wir waren gerade beim Abendessen, als Buba gestand, doch nicht ganz die Wahrheit gesagt zu haben. Er und Moses bekamen kein Abendbrot mehr; Mariama durfte bei uns Mitarbeitern mitessen, weil das Abendbrot für die Kids bereits zu Ende war. Nach Ende des Abendessen entschuldigten sich die beiden bei Mariama.



Multilingual


Bei der Abendandacht gab es heute was Besonderes. Wir sangen nicht nur mehr Lieder als sonst, sondern auch in deutlich mehr Sprachen als sonst. Neben den lokalen Stammessprachen haben die Kids nämlich auch Lieder in Russisch, Deutsch und ein paar anderen afrikanischen Sprachen im Reportoire. Diese verstehen sie zwar nicht unbedingt, was sie aber nicht daran gehindert hat, die Lieder auswändig zu lernen. Hermann machte ein Spiel daraus: er sagte eine Sprache, und irgendjemand sollte ein Lied in dieser Sprache anstimmen, das alle, die es kannten, mitsingen sollten. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Sprachen diese Kinder sprechen, und das in ihrem Alter. Afrika mag vielleicht nicht reich sein, aber diese Vielfalt an Stammessprachen, und die Tatsache, dass selbst die kleinen Kinder mehrere beherrschen, beeindruckt mich doch sehr. Auch ein schwäbisches Lied wurde gewünscht, und so sang ich die erste Strophe von - richtig! - "Auf der Schwäb'sche Eisebahne"; hätte auch nicht gedacht, dass ich das mal im afrikanischen Busch zum Besten geben würde ...!

Dienstag, 26. Februar 2008

Sa, 26. Feb. 2005

Der heutige Samstag war ein typischer Off-day. Paul schlief aus, und erholte sich von der Jagd, von der sie erst um 3:00 zurück gekommen waren. Als sie am Dienstag jagen waren, waren die Off-days gerade vertauscht gewesen; damals hatten JJ und Samuel Manneh am folgenden Tag Off-Day gehabt, und sich von den Strapazen der Jagd erholt, während Paul in die Schule musste. Heute war es anders rum.


Das einzige Problem, wenn Paul ausschläft, ist, dass keiner das Tor aufmacht, so dass die Arbeiter und Leute aus dem Dorf vor verschlossenen Pforten stehen. Meistens stehe ich dann eher auf, und öffne das Tor; so auch heute.


Dann hab ich angefangen das Chaos im Zivihaus ein wenig zu lichten. Ich war aber nicht übermäßig motiviert, und so kehrte nur halbwegs Ordnung ein. Aber immerhin ...


Nachmittags wollten die Jungs Fahrräder ausleihen. Ich erklärte ihnen, dass Hermann es ihnen wohl nicht erlauben würde, da er ihnen bis Sonntag Fußballverbot erteilt hatte. Die boys meinten, das sei doch nicht dasselbe, womit sie ja prinzipiell Recht haben. Nur, in diesem Fall stand das Fußballverbot im Zusammenhang mit einem allgemeinen, vorübergehenden Privilegienentzug, im Rahmen einer Bestrafung, weil sie sich nicht benommen hatten. Hermann bestätigte das.


Fun Evening


Nach der Samstag abendlichen Portion Reis war es Zeit für den Fun Evening. Wir hatten Ina gebeten, sich vorzubereiten, und sie hatte zugesagt, aber dann am Nachmittag Kopfschmerzen bekommen. Als Ersatz wollte sie einen Film zeigen, aber Samuel Manneh sprang in die Bresche. Er hatte zwar nur ein einziges Spiel, aber es füllte den ganzen Abend.



Es wurden zwei gleich große Gruppen gemacht, und jeweils von 1 bis 14 durchgezählt. Dann rief Samuel eine Nummer auf, und den beiden Kandidaten wurden die Augen verbunden. Jede Gruppe hatte vor sich einen kleinen Kreidekreis mit fünf Salbendöschendeckeln. Diese galt es nun mit verbundenen Augen so schnell wie möglich in den Kreis in der Mitte zu befördern. Keine leichte Aufgabe, könnte man meinen. Die meisten aber meisterten das so schnell und perfekt, als ob sie keine Binde getragen hätten. Irgendwie sahen sie wohl doch noch etwas ...

Montag, 25. Februar 2008

Fr, 25. Feb. 2005


Kurz nach 16:00 traf Lamin Bah mit Familie und Anhang im Camp ein. Er würde bis Sonntag bleiben, und dann wieder nach Somita zurück kehren.


Um 20:00 wollten JJ, Paul und Samuel Manneh heute noch einmal jagen gehen. Eine Viertelstunde vorher fragte mich JJ, ob ich für ihn die Devotion übernehmen könne, damit sie schon um Acht los könnten, und nicht erst um Neun. Er habe geplant gehabt den Jungs die Geschichte von der Bekehrung des Saulus zu erzählen. Nach kurzem Zögern - es kam ziemlich kurzfristig - willigte ich ein. Ich beschloss, die Devotion im Zivihaus zu halten, und schon bald hatten sich ein knappes Dutzend kleiner Jungs im Ziviwohnzimmer versammelt. Alle Sessel, Polster und auch der Schaukelstuhl wurden besetzt, denn es waren nicht nur die 7 kleinen Jungs von unserem Camp anwesend, sondern auch noch alle kleinen Somita Boys.


Zunächst sangen wir ein paar Lieder. Dann kam die Geschichte an die Reihe. Ich hatte gerade angefangen, da gesellten sich noch Salome und Betty mit Phillip dazu. Ich hatte beschlossen, die Geschichte nicht vorzulesen, auch nicht in der Kinderbibel, sondern sie frei zu erzählen, und hier und da etwas auszuschmücken. Es klappte ganz ordentlich, wenn auch die Kleinen nicht ganz alles zu verstehen schienen. Um zu verdeutlichen, wie Paulus die Christen ins Gefängnis steckte, fragte ich den kleinen Alihud: Bist du ein Christ? Als er ja sagte, steckte ich ihn ins "Gefängnis". Dann fragte ich Modou, und auch er wanderte auf sein Bekenntnis hin ins "Gefängnis" (mein Zimmer). Den Kids bereitete das solchen Spaß, dass sich, als ich ganz "böße" fragte, ob noch mehr Christen hier seien, alle meldeten, und ins Gefängnis gesteckt werden wollten...!


Aber auch wenn sie wohl noch nicht alle begriffen, dass das damals keineswegs ein Spaß war, sondern die Christen zumindest geschlagen, wenn nicht von den Löwen gefressen wurden, so lauschten sie doch aufmerksam, bis Paulus in dem Korb über die Mauer geflohen war. Ich glaube, der Herr konnte durch diese völlig spontane Andacht besser zu den Kids reden, als wenn ich mich total "gut" vorbereitet hätte.

Sonntag, 24. Februar 2008

Do, 24. Feb. 2005

Am Morgen hatte Judy einen normalen Schultag verkündet; endlich mal wieder. Das blieb jedoch nur bis zur Essenspause so. Um diese Zeit sollte nämlich JJ nach Soma fahren, und Hermann bot Sabadou an, dass sie mitfahren und schon heute von dort aus in ein verlängertes Wochenende starten könne. Das lies die sich natürlich nicht zweimal sagen, so dass wir nach der Pause nur noch zu viert waren, und ich wieder im LLC aushelfen durfte.


In der Project Class machte ich heute nur zwei Projekte. Eines mit Esther, bei dem sie mittels eines selbst gebastelten Trichters ein Herz schlagen hören und die Herzschläge zählen sollte. Beim zweiten Projekt versuchte ich Matty über ein Experiment Konvektion nahe zu bringen. Und zwar wurden auf dem einen Ende eines Metallrohres mittels Wachstropfen 6 Reisnägel nahe beieinander in einer Reihe befestigt. Anschließend wurde das Rohr am anderen Ende über eine Flamme gehalten. Die Wärme sollte nun durch den Stab wandern, und die Wachstropfen zum Schmelzen bringen, an denen die Reisnägel am Rohr hingen. Die der Wärmequelle am nächsten hängenden Reisnägel sollten folglich als erste fallen; im Großen und Ganzen hat der Versuch auch geklappt.


Eigentlich wollte ich heute abend den Chor wieder aufleben lassen, der praktisch geruht hat, seit Klaasens wieder aus den Staaten zurück sind. Auf Grund eines Missverständnisses und weil Betty inzwischen andere Vorstellung über die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hat, "ruht" der Chor auch weiterhin.

Samstag, 23. Februar 2008

Mi, 23. Feb. 2005

Um Vier in der Früh kehrten die Jäger von der Jagd zurück. Ohne Wildsau.



Damit Sabadou ihre Report Cards mit den Schülern zu Ende durchgehen konnte, half ich heute in ihrem Learning Center aus. Dafür musste leider das Bücher Lesen mit den students, die an diesem Tag dran gewesen wären, ausfallen.

Freitag, 22. Februar 2008

Di, 22. Feb. 2005

Es gibt ein paar Neuigkeiten bezüglich Daniel. Hermann hat mit Roland telefoniert, und der hat ihm mitgeteilt, dass die Ärzte inzwischen folgendes herausgefunden haben; Daniel hat einen Virus, vermutlich vom Essen und / oder Trinken im Senegal. Außerdem, und das ist die schlechte Nachricht, hat er einen Gehörsturz auf dem linken Ohr, d.h. er hört darauf absolut nichts, und die Ärzte sagen auch, die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass er darauf wohl nie mehr hören wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass alles wieder heilt, sei klein. Beten wir dafür, dass Gott eingreift!!! Momentan liegt er immer noch im etwa 100 km Luftlinie von Bayreuth entfernten Uniklinikum Würzburg.


Pauli muss gehen



Hermann hat uns sehr von einer Affenhaltung abgeraten, und meinen beiden Kollegen aufgetragen, den Affen in dieser Nacht mitzunehmen, und ihn auszusetzen.


Während ich diese Zeilen schreibe, sind JJ, Paul und Samuel Manneh nämlich mit Seal auf eine Wildschweinjagd aufgebrochen. Die Bedingungen sind ideal, weil wir Vollmond haben. Da Seal dabei ist, schätze ich mal, dass sie mit mindestens einem Schwein zurück kommen werden. Der Kerl ist nämlich ein erfahrener Jäger. Mich haben sie nicht mitgenommen, weil ich zum Aufbruchszeitpunkt noch Computer Class hatte. Ich wäre aber wohl auch so nicht mitgekommen, da ich morgen keinen Off-Day habe, so wie JJ. Paul hat zwar auch keinen, ist aber trotzdem mit. Zu groß ist die Chance, heute ein Wildschwein zu erlegen, bzw. das zu verpassen. Bin mal gespannt, wann sie zurück kommen, und wie groß die Beute ist.