Montag, 31. Dezember 2007

Fr, 31. Dez. 2004

Wir haben mal wieder lang ausgeschlafen, gegen Mittag gefrühstückt, uns den ganzen Nachmittag ausgeruht; eigentlich war ja ein Ausflug ins Stadtzentrum geplant – der ist aber mangels Interesse und Eigeninitiative ausgefallen.



Am Abend dann haben wir auf dem Flachdach von WEC einige Knaller losgelassen, wobei auch die anderen Gaeste und das "Personal" von WEC anwesend waren.

Sonntag, 30. Dezember 2007

Do, 30. Dez. 2004


Wir haben den Donnerstag ziemlich ruhig angehen lassen. Um halb Zehn bin ich losgezogen um Brot zu kaufen; dann haben wir (um Zehn) erst mal in aller Ruhe gefrühstückt.


Am Nachmittag sind Dani und JJ mit einem Taxi zum Strand gefahren. Paul, Flo und ich sind bei WEC geblieben und haben uns ausgeruht. Später am Nachmittag hat Paul sich mit Erwin (dem Adventler) über die Visionen Daniels und die Offenbarung unterhalten. Flo und ich sind solange ins Internet Cafe gegangen.


Nach dem Abendessen, bestehend aus Pizzen, Chawarmas und einem Club Sandwich, haben Dani, Flo und ich einen Filmabend gemacht. JJ hat die Zeit genutzt um einen Brief an seine Freundin zu schreiben, und Paul hat sich weiter mit Erwin unterhalten; das Gespräch hat er auch zum Abendessen (um 22 Uhr) nicht unterbrochen, sondern sich von uns einen Chawarma mitbringen lassen. Dani ist schließlich am Anfang des Zweiten Films eingeschlafen, obwohl ihn dieser Film eigentlich brennend interessiert hatte, da einer seiner Lieblingsschauspieler mitspielte.


Danach gingen wir zu Bett. Lediglich Paul redete mit Erwin noch bis gegen Ein Uhr.


Samstag, 29. Dezember 2007

Mi, 29. Dez. 2004

Am Morgen haben wir erst mal ausgeschlafen, so gut es eben ging, da wir um Zehn Uhr schon das Zimmer geräumt haben mussten, und davor noch frühstücken wollten; die nötigen Zutaten waren schnell besorgt.


Dann machten wir uns auf den Weg zur Malischen Botschaft, um unser Mali-Visum zu beantragen. Nachdem wir den Papierkram ausgefüllt und zusammen mit je zwei Passbildchen abgegeben hatten, stellten wir fest, das wir 10.000 CFA (etwa 15 Euro) zu wenig hatten. Also sind wir zum nächsten Supermarkt und haben Kohle gewechselt. Und wieder zurück. In der Botschaft wurde uns dann mitgeteilt, dass die Ausstellung der Visa ganze zwei Tage in Anspruch nehmen würde. Wir verhandelten und fragten, ob sich da nicht was machen liese; das von Dani gebotene "Handgeld" reichte aber anscheinend nicht aus um irgendetwas "zu beschleunigen". Da entschlossen wir uns den Mali-Trip abzusagen. Als wir unsere Absichten kundtaten, waere es dann doch auf einmal moeglich gewesen, die Visa frueher zu bekommen. Der Grund, warum wir aber doch bei unser einmal gefällten Entscheidung blieben, war, weil die Eisenbahn erst am Samstag gefahren wäre und schon die Fahrt zwei Tage gedauert haette. So liesen wir uns unsere Reisepässe und die Kohle (insg. 75.000 CFA) wieder geben, und zogen ab.


Wohin nun? - Zunächst einmal liesen wir uns mit einem Taxi zum nächsten Tele-Center fahren, wo wir telefonisch bei der NTM die Telefonnummer von der WEC-Niederlassung in Dakar erfragten. Dann riefen wir bei WEC an und fragten, ob sie noch Zimmer frei haetten; außerdem erkundigten wir uns natürlich nach der Adresse. Mit einem Taxi wollten wir uns dahin bringen lassen, doch der Fahrer kannte die Adresse nicht; während er sich noch schlau zu machen versuchte, gab uns ein relativ gut deutsch sprechender Senegalese Auskunft: die Straße sei gar nicht so weit entfernt und liege in dieser Richtung.


Gut, liesen wir das Taxi stehen und machten uns zu Fuß auf den Weg. Einige Dutzend Meter weiter hielten wir einen jungen Soldaten an, der ein Stück des Wegs mit uns ging und anschließend einen jungen Polizisten anhielt, der zufälligerweise in dieselbe Straße wie wir unterwegs war; der lieferte uns dann direkt vor dem Anwesen von WEC ab.


Empfangen wurden wir von der Dame mit der wir telefoniert hatten. Zu unserer Erleichterung stellten wir fest, dass man sich mit Sabine auf deutsch unterhalten kann - sie kommt aus Bremen. Sie zeigte uns unsere beiden Zimmer, die Küchen, sowie das Wohnzimmer, das wir mitbenutzen dürfen.



Dann wechselten wir erst einmal Geld bei ihr. WEC ist momentan scharf auf Euros, da man nicht weiß, ob es nicht bald auf Grund der instabilen politischen Situation an der Elfenbeinküste zu einer Entwertung des CFA kommt.


Nachdem wir uns bei WEC einquartiert hatten, zogen wir los um was zu essen. Bei einer Eisdiele/Pizzeria nur 100m um die Ecke genehmigten wir uns für insg. rund 13.000 CFA jeder erst mal eine Pizza.


Danach machten wir uns auf den Weg ins höchstens 30 Meter vom Haus entfernte Internet Cafe. Eine halbe Stunde Online kostet hier 200 CFA; für eine Ganze muss man nur 100 CFA mehr zahlen. "Online" bedeutet, dass man in dieser Zeit ein vorgegebenes Email-Programm oder den IE6 benutzen kann. An manchen Rechnern ist sogar die Benutzung von MS Word möglich. Allerdings ist die Steuerung ohne Taskleiste (wird vom Server-Programm unterdrueckt) etwas umständlich. Gewöhnungsbedürftig ist auch die französische Tastatur, bei der sich höchstens die Hälfte der Tasten an der gewohnten Stelle befinden, was v.a. für das Schreiben im Zehn-Fingersystem sehr hinderlich ist - nur wer schon bisher jede Taste einzeln gesucht hat, ist fein raus!

Dann fiel bei uns im Internet Cafe mehrere Male der Strom aus; manchmal nur an einzelnen Rechnern, aber einmal auch an allen zusammen, so dass wir nach anderthalb Stunden nicht mehr als vielleicht eine Halbe im Internet gewesen waren, wovon ich nur 5 bis 10 Minuten wirklich nutzen konnte. Nach dem finalen Stromausfall beschlossen wir, es für heute sein zu lassen, und
morgen wieder zu kommen.


Anschließend kauften wir in einem kleinen Supermarkt alles Nötige fürs kommende Frühstueck ein: Marmelade, Butter, Gürkchen, Milch und Kaffee; Wasser brauchten wir nicht zu besorgen, da die Küche über einen Filterwasseranschluss verfügt, den wir mit benutzen dürfen. Hier gibt es den ganzen Tag genügend Strom, so dass wir einen Kühlschrank und in unseren Zimmern sogar Deckenventilatoren haben, die man auf 5 Stufen einstellen kann.

Im Wohnzimmer gibt es eine Auswahl an Büchern und Videos in Deutscher, Französischer und Englischer Sprache, wobei die Häufigkeit in dieser Reihenfolge ansteigt. Außerdem gibt es einen Fernseher mit Video-Recorder, die wir beide benutzen dürfen, sowie eine gemütliche Sitzecke. Vom Feinsten! Vor allem wenn man bedenkt, dass uns das alles nur 3.500 CFA pro Nacht und Nase kostete, und wir sogar noch Zugang zu einer Waschmaschine haben (500 CFA pro Waschgang). Wir waren wirklich froh, dass es mit dem Trip nach Mali nicht geklappt hatte ...!


Am späten Nachmittag schaute ich mir mit dem Sohn des WEC-Chefs einen frz. Film im Fernsehen an. Die anderen Vier diskutierten inzwischen mit einem ebenfalls eingetroffenen Österreicher, der - wie sich herausstellte - zur Adventsgemeinde gehört. Ausgerechnet! Geistlich gesprochen sind das Pauls Lieblingsfeinde, und es wurde intensiv debattiert; ich zog mich aber bald wieder aus dem Wortgefecht zurück.


Abends schauten wir dann noch drei Filme an, und gingen gegen Zwei in der Früh zu Bett. Das ist Urlaub.

Freitag, 28. Dezember 2007

Di, 28. Dez. 2004

Der "Mali-Urlaub"


Nachdem uns Saidou nach Soma gebracht und wir dort Passbildchen hatten machen lassen, fuhren wir zur Fähre, wo wir auch gleich eine Überfahrt bekamen. Noch auf der Fähre fanden wir ein Gelle Gelle, das uns fuer 3.000 CFA pro Nase mit nach Dakar nahm. Direkt nach der Flussüberquerung wechselten wir auf dem Schwarzmarkt Dalasis in CFA um, dann konnte die Reise losgehen. Es war vielleicht Ein Uhr.



Um halb Neun hatten wir die Außenbezirke des Ballungsraums Dakar erreicht, doch bis zum Zentrum dauerte es noch anderthalb Stunden. Nach einer Odyssee mit nacheinander vier oder fünf Taxis durch die Stadt hatten wir gegen 23:45 Uhr endlich ein Hotel mit akzeptablen Preisen gefunden, in dem wir die Nacht verbringen konnten.

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Mo, 27. Dez. 2004


Nach den Feiertagen war heute wieder der erste Arbeitstag. Neben den sonstigen kleineren und größeren Arbeiten, die immer anfallen, mussten heute wieder die Bäume und die übrigen Pflanzen gewässert werden – eine Arbeit, die wir über die Feiertage hatten ruhen lassen.

Mittwoch, 26. Dezember 2007

So, 26. Dez. 2004

Heute war der Gottesdienst einmal anders. Um 9 Uhr sind wir nach Kundung aufgebrochen. In dem Haus von Lamin Manneh predigte Hermann über die alte und neue Natur des Menschen. Danach wollten wir eigentlich sofort aufbrechen, um im Camp Mittag zu Essen. Es verzögerte sich aber alles etwas, so dass wir doch noch zum Essen dablieben. Weil wir so viele waren, und es in Kundung nicht genügend Löffel gab, hab ich heuer zum ersten Mal eine komplette Malzeit mit der rechten Hand eingenommen.



Um Zwei sind dann aufgebrochen. JJ, Dani und Florian sind mit dem Truck weiter nach Somita gefahren. Sie sollten noch Moscito Screens in den Räumen anbringen, in denen Hermanns Schwiegereltern nach ihrer Ankunft am 5. Januar wohnen sollten. Da wir Zivis in zwei Tagen in den Urlaub zu fahren gedachten, musste das vorher noch erledigt werden.

Dienstag, 25. Dezember 2007

Sa, 25. Dez. 2004

Grüppchenbildung


Nachdem wir "Worlds Apart - Teil 1" fertig geschaut hatten, bildeten sich kleinere Sitzgrüppchen, und es gab ein Mini-Lagerfeuer. Da der Vollmond schien, hatten wir die ganze Zeit über genügend Helligkeit um ohne künstliche Beleuchtung auszukommen. In den Sitzgrüppchen saß man zusammen und unterhielt sich, oder hörte zu; nebenher gab es Ataya.


Liederkreis


Um Halb Drei wurde unter Seals Leitung ein ein größerer Kreis gebildet. Eine Stunde lang sangen wir Lobpreis- und Weihnachtslieder. Jeder der wollte, durfte sich ein Lied wünschen bzw. anstimmen. Ein oder zwei der Jungs begleiteten uns auf den Trommeln, und der Rest klatschte zur Begleitung in die Hände.


Danach wollten Deborah, Paul und Ich eigentlich gehen, und uns im Camp wenigstens noch ein paar Stunden aufs Ohr hauen. Doch nun wurde der zweite Teil des Films "Worlds Apart" gezeigt, und so blieben wir, um mitzubekommen, wie die Story denn nun zu Ende gehen würde.


Worlds Apart - Teil 2


Als der Prinz nach einiger Zeit doch langsam, langsam von der Liebe seines Lebens Abschied zu nehmen schien, erfuhr er plötzlich, dass sie noch am Leben sei, sowie ihren Aufenthaltsort. Sofort machte er sich auf den Weg. Irgendwann war dann die "Zivilisation" zu Ende, so dass er seine Luxuskarosse stehen lassen und den Weg zu Fuß fortsetzen musste. Mit seinem Rollköfferchen kämpfte er sich nun den Weg durch den Busch, bis er schließlich im Dorf seiner Geliebten ankam. Als sie sah, wer ihr da entgegenkam, lief sie ihm freudig entgegen, und sie fielen sich in die Arme. Happy End - könnte man meinen. Doch es ging noch weiter.


Das Königspaar machte sich auf die Suche nach ihrem Sohn, und stellte ihn schließlich im Dorf bei seiner Geliebten. In einem Vier-Augen-Gespräch stellte nun der Prinz seinen Vater vor die Wahl, sich entweder einen neuen Sohn zu suchen, oder ihm bei der Ausführung eines Planes zu helfen, von dem seine Mutter nichts erfahren durfte. Da der Prinz nicht nur sein einziger Sohn, sondern auch sein einziges Kind war, willigte der König in den Deal ein. Er mietete im Auftrag seines Sohnes eine Apartment in der Stadt. In dieses zog sich der Prinz zusammen mit seiner Geliebten und ihrer Mutter zurück, und brachte ihnen dort die Grundregeln der Etiquette, Tischmanieren etc. bei.


Dann kam sein großer Auftritt. Er eröffnete seiner Mutter, dass er sich nun endgültig von seiner nicht standesgemäßen Freundin getrennt und sogar schon eine Neue gefunden habe; diese wolle er seiner Mutter in den nächsten Tagen vorstellen. Als es schließlich zu dem Zusammentreffen zwischen der Freundin des Prinzen und seiner Mutter kam, hatte sich jene so vom "hässlichen Entlein zum schönen Schwan" gewandelt, dass diese sie nicht mehr erkannte. Überaus zufrieden mit der Wahl ihres scheinbar nun endlich Vernunft annehmenden Sohnes drängte die Königin auf eine schnelle Hochzeit, der der Prinz "widerwillig" zustimmte. Auch hiernach hätte der Film eigentlich zu Ende sein können, doch ...


... als das junge Paar nun vielleicht ein halbes Jahr verheiratet war, beschloss der Prinz seiner Mutter reinen Wein einzuschenken und sie mit der Wahrheit zu konfrontieren. Er beraumte ein Treffen an, zu dem er neben seinen Eltern und seiner Frau auch deren Onkel und Tante einlud, bei denen sie zu der Zeit, als er sie kennen lernte, als Dienstmädchen gearbeitet hatte. Als er die beiden fragte, ob sie seine Frau und deren Mutter (wieder-) erkennen wuerden, verneinten sie. Daraufhin flüsterte der Prinz seiner Frau zu, sie solle sich doch mal eben umziehen gehen, und das Kleid tragen, mit dem sie seine Eltern vom Flughafen abgeholt hatte; sie entfernte sich.


Als sie wieder zurueck kam, sah sie nicht mehr aus wie eine Königstocher, sondern war wieder das einfache Bauernmädchen. Onkel und Tante erkannten sie nun natürlich wieder, und auch der Königin klappte die Kinnlade nach unten. Nach einer kurzen Zeit der Sprachlosigkeit nahm die Königin ihre "neue" Schwiegertochter in die Arme und bat sie um Vergebung. Happy End.



Zurück nach Massembe


Gegen Viertel vor Fünf war der Film zu Ende und wir drei brachen unverzüglich auf in Richtung Massembe. Groggy fielen wir um halb Sechs in die Betten und schliefen bis Mittag.



Paul war schon etwas früher wieder aufgestanden um die big boys aus Kundung abzuholen. Er kam mit ihnen allerdings erst etwas später zurück, da wohl noch nicht alle Feierlichkeiten vorüber waren.


Wir verbrachten den Nachmittag im Zivihaus und bastelten an der Autobatterie und dem neuen Autobatterie-Ladegerät. Es galt nicht nur, die beiden irgendwie zu verbinden, sondern auch noch Verbindungen von der Autobatterie zu den einzelnen Laptops herzustellen. Dies gelang uns schließlich dank der variablen Steckverbindungen, die Daniel dabei hatte. Endlich waren wir weitgehend von der Camp-Solar-Stromversorgung unabhängig!



Doch es gab einen Wermutstropfen. Da die Autobatterie drei Volt zu wenig leistet, werden die Akkus der Computer nicht geladen - weder im Betrieb noch wenn der Computer abgeschaltet ist. Es fließt jedoch genügend Strom um Daniels und meinen Laptop mit ausgebautem Akku zu betreiben. Pauls Notebook hingegen läuft nur, wenn er seinen Akku drin lässt. Wenn wir unsere Akkus in den Notebooks lassen, dann laden sie zwar nicht, sondern entlehren sich sogar immer noch - aber nur äusserst langsam im Vergleich zum alleinigen Akkubetrieb (d.h. ohne Autobatterie).


Somit ist die Autobatterie dennoch eine nützliche Stromquelle; vor allem wenn wir Filme schauen wollen. Danis "Acht-Stunden-Akku" ist dann nach vielleicht 90 Minuten am Ende. Mit einer 120 Ah-Batterie ist das hingegen kein Problem :-)