Samstag, 24. November 2007

Mi, 24. Nov. 2004


Bei seinem Trip nach Soma hat J.J. ein großes, weißes Huhn gekauft. Somit hat sich die Zivi-Hühnerschar auf einen Schlag verdoppelt.

Freitag, 23. November 2007

Di, 23. Nov. 2004

Diesen Vormittag kam endlich der Schneider vorbei, um Maß für die Bezüge der Sitzmöbel im Zivihaus zu nehmen.



Nachmittags hatte er die 10-teilige Bestellung schon fertig bearbeitet, so dass wir abends bereits die frisch bezogenen Sitze einweihen konnten.

Donnerstag, 22. November 2007

Mo, 22. Nov. 2004

Nach wochenlanger Vorbereitung haben heute die Practicals unser neues Karussell auf dem Spielplatz einbetoniert. Mit seinem rotlackierten Eisenrahmen und den hellbraunen Sitzbrettern sieht es richtig edel aus.



Vier Männer aus dem Dorf waren den Tag über damit beschäftigt, bricks (Lehmziegel) herzustellen. Nach Feierabend zählte ich 182 neue Ziegel, fein säuberlich aufgereiht in Reihen zu 10 und 20.



Am späten Abend haben dann Daniel Simon und Willi angerufen. Nachdem mich Willi mit seinem afrikanischen Namen und in Englisch geführter Konversation erst mal gehörig verkohlt hatte, meldete sich Dani, und klärte mit uns noch einige Details bezüglich seines Rückflugs in wenigen Tagen.

Mittwoch, 21. November 2007

So, 21. Nov. 2004

Heute hat Didi im Gottesdienst am Beispiel Jonathans (und Davids) verdeutlicht, was echte Freundschaft ausmacht. Er hat dabei die drei Bereiche Freundschaft, Ehe und Gottesliebe angesprochen. War echt gut; würde aber zu weit führen, wenn ich das jetzt alles wiedergeben wollte.



Nachmittags hat Deborah, 17 Jahre, und eine von unseren beiden FSJ-lerinnen, ihre erste Fahrstunde bekommen. Zusammen mit Sonja wollte sie in dem Toyota auf der Sandpiste zwischen Camp und Main Road etliche Übungsrunden drehen. Kurz vor der Main Road ist der Toyota aber ausgegangen, und Sonja kam ins Camp, um zwei Zivis und ein paar boys zum Anschieben zu holen.


Didi, David Mendy, Job, Daniel Mendy, Paul und ich fuhren mit dem Traktor zur Main Road; am Steuer war David Mendy, 14. Dort schoben wir den Toyota an (da der Starter kaputt ist, muss das Auto jedes Mal angeschoben werden). Danach fuhren wir wieder zurück; den Traktor fuhr diesmal Job, 14. Deborah fuhr hinter uns her.



Sie hatte für heute genug von ihrer Fahrstunde, obwohl sie sich fürs erste Mal schon ganz gut geschlagen hatte; immerhin schaltet und wendet nicht jeder gleich in der ersten Fahrstunde. Und Abwürgen ist in Deutschland nicht so ein großes Problem wie hier, wo du aufgeschmissen bist, wenn du nicht genug Leute hast zum Anschieben.

Dienstag, 20. November 2007

Sa, 20. Nov. 2004

Dieser Samstag verlief ähnlich wie der vor einer Woche. Nur dass ich heute vormittags ausruhte, und nachmittags erst die Berichte auf den neuesten Stand brachte. Allerdings war ich diesen Abend mit dem Fun Evening dran.



Statt einem Spieleabend wurde es diesmal jedoch ein Bilderabend. Von den rund 3.000 Bildern, die ich in den ersten 3 Monaten gemacht hatte, habe ich den Kindern genau 843 handverlesene Pictures gezeigt. Das war auch genug, nahm es doch 75 Minuten in Anspruch. Die ersten Bilder waren noch in Deutschland aufgenommen worden, und ich konnte den Kids alle Mitglieder meiner Familie zeigen. Weiter ging es mit Bildern aus den Ferien, die den Kindern auch noch unbekannt waren, da sie zu dieser Zeit noch nicht im Camp eingetroffen waren. Geschlossen wurde mit Bildern von Thanksgiving Ende Oktober.


Eigentlich hatten wir die Bilder auf dem Video-Screen zeigen wollen; das klappte aber nicht. Einen Beamer hatten wir auch nicht, da Willi, ein ehemaliger Zivi, seinen natürlich wieder mit nach Hause genommen hat. Da haben wir eben an Pauls Notebook noch einen externen Monitor angeschlossen, so dass wir die Zuschauer in zwei Gruppen aufteilen konnten, damit alle näher an den Bildschirm sitzen konnten.

Montag, 19. November 2007

Fr, 19. Nov. 2004

Da Andi und Henry in Kombo waren, und somit Music und Art Class ausgefallen wären, liesen wir auch die Recorder Class ausfallen und übten statt dessen mit den Students das Christmas Play ein. Obwohl wir langsam in die Endphase kommen - am ersten oder zweiten Woche im Dezember soll bereits die Uraufführung vor einheimischem Publikum sein - sind wir praktisch noch in den Anfängen: lediglich ein einziger Schüler konnte seinen Part zu Teilen auswändig.


In der Vorbereitung hatten wir allerdings etwas zu lachen. Die beiden kleinsten Mädels, Mariama und Amie, sowie Modou haben die Rolle der Schweinchen in der Geschichte des verlorenen Sohnes. Da wir heute zum ersten Mal mit richtigen Utensilien proben wollten, kam Mariama in der Break zu uns Mitarbeitern, und fragte auf Mandinka ohne eine Miene zu verziehen, wo den das Essen für die Schweine sei. Judy wusste nicht, was sie meinte, denn wir haben im Camp ja gar keine Schweine. Bei Nano, dem Native Speaker, ist der Groschen einen Tick schneller gefallen, und er hat uns erklärt, was Mariama wollte. Nachdem wir herzhaft gelacht hatten, gaben wir ihr eine Schüssel Porrage für die Schweinchen mit. Die drei haben bei der Probe ihren Part mit Abstand am Besten gespielt, und haben ohne Löffel und Hände Porrage aus der Schüssel geschlürft.



In der Zwischenzeit waren auch die ersten praktischen Vorbereitungen für das neue Main House angelaufen, das Hermann für seine Family errichten lassen will. JJ hatte mit dem Traktor und einigen Helfern in mehreren Etappen einen großen Sandberg neben die Werkstatt gekarrt. Nun waren einige Männer aus dem Dorf damit beschäftigt, den Sand zu sieben, und unter Zunahme von Zement und Wasser, Lehmziegel zu formen. Am Ende des Arbeitstages hatten sie 116 Lehmziegel geformt, und zum Trocknen aufgestellt.

Sonntag, 18. November 2007

Do, 18. Nov. 2004

Am Ende des letzten Quarters hatten die Schüler in dem Versuch, doch noch auf Honor Roll gehen zu dürfen, ziemlich viele PACE-Tests geschrieben. Nun fingen sie diese Woche meist neue PACEs an, so dass es praktisch nichts zu korrigieren gab. Zwar ist Donnerstag nachmittags noch Project Class, aber heute gab es keine Projekte durchzuführen, so dass ich mit meiner Nachmittagsarbeit im Nu fertig war.


Dadurch hatte ich genug Zeit um mich auf die Singstunde am Abend vorzubereiten. Bisher war sie immer von Henry gehalten worden, aber der war ja zu diesem Zeitpunkt mit Andi in Kombo. Zwar war Henry vor zwei Monaten schon für zwei Wochen weg gewesen, aber damals war die Singstunde einfach ausgefallen, weil ich mich der Herausforderung noch nicht gewachsen gesehen hatte. Heute jedoch wollte ich mich ihr stellen, und so verbrachte ich den Nachmittag mit Auswählen und Üben von Liedern. Schließlich hatte ich 8 englische und 2 Mandinka-Songs zusammen, die ich auch mit der Gitarre begleiten konnte.


Nach einer halben Stunde hatten wir alle 10 Songs durchgespielt, und es blieb noch weitere dreisig Minuten übrig. Bisher hatte es ganz gut geklappt, doch wie würde es klappen, Songs zu begleiten, die die Mädels sich nun wünschen würden, und die ich vielleicht noch nicht einmal kennen würde? Für Henry war das kein Problem: der hörte kurz zu, zupfte ein paar Saiten, und konnte dann richtig mitspielen. Ein echter Checker eben.


Schon der erste Liedwunsch schien meine Befürchtungen zu bestätigen: es war ein Lied, das ich noch nie zuvor gehört hatte. Doch ich bat die Mädels, das Lied anzustimmen, und versuchte, so vorzugehen, wie Henry. Dabei hoffte ich, dass sie wenigstens in einer "spielbaren" Tonart sangen, und nicht etwa in Cis-moll, oder so. Doch ich hatte Glück! Nach ein paar Sekunden hatte ich den richtigen Ton aufgegriffen, dann den Namen des Tons herausgefunden, und mich an die zugehörigen Akkorde erinnert: A-Dur. Perfekt!


Beim nächsten unbekannten Lied, dass sie anstimmten, dauerte es zwar etwas länger, bis ich dahinter kam, dass sie es in E-Dur sangen; aber wenn man den Grundton erst mal hat, kann man, auch wenn man nur Subdominante und Dominante spielen kann, ein Lied doch ganz ordentlich begleiten. Darüber war ich total dankbar, war es heute doch das erste mal, dass es so gut klappte.