Mittwoch, 31. Oktober 2007

So, 31. Okt. 2004

Thanksgiving Day


Der Erntedanksgottesdienst wurde von Geigen- und Flötenvorspielen, Lied- und Gedichtsvorträgen bereichert. Matze hatte die Gottesdienstleitung, und lies jeden auf einen Zettel eine Sache schreiben für die man dankbar war. Die Zettel wurden an einer Tafel befestigt, vorgelesen und für die kommende Woche hängen gelassen. Dann predigte Lamin Ba über die 10 geheilten Aussätzigen, von denen nur einer - der Ausländer - zurück kehrte um sich für seine Heilung zu bedanken.


Judys Dankbarkeit hatte auch Auswirkungen auf ihre Freigiebigkeit: nach dem Mittagessen gab es eine Runde Coke (bzw. Fanta und Sprite) für alle.



Den Nachmittag verbrachten wir - wie es sich für einen Ruhetag gehört - ausruhend. Zwishendurch schauten zwei junge Amerikaner vom Peace Corps vorbei. Kelly (24) aus Texas studiert Forstwirtschaft und macht nun hier sein zweijähriges Auslandspraktikum. David (20) kommt aus North Carolina und versucht der einheimischen Bevölkerung die Grundlagen des "accounting" beizubringen, sprich dass man Produkte nicht unter dem Herstellungspreis verkaufen sollte, und Ähnliches.


Abends wurde noch ein klein wenig Volleyball gespielt.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Sa, 30. Okt. 2004

Gestern wurde Didi gesund, heute meldete sich JJ krank - irgendeiner hat momentan immer etwas. Bei den Schülern verhält es sich ähnlich.


Die big boys gingen am Nachmittag mit Paul fischen und kamen mit vier Fischen zurück, von denen jeder etwa eine Handspanne maß.

Montag, 29. Oktober 2007

Fr, 29. Okt. 2004

Nach etwa einer Woche Krankheit war Didi heute endlich wieder fit.


In der Art Class beschäftigten wir uns dieses Mal mit Linien, Formen, Motiven und Mustern. Allerdings liesen einige der Kleinen verlauten, dass sie viel lieber menschliche Körper und Gesichter lernen zu zeichnen wollten. Kein Problem, dachte ich, das steht sowieso nächstes Mal auf dem Programm.


Einer der hellen Schüler (bright students) schien aber nicht so lange warten zu wollen, und fing schon mal an zu malen. Ob es ein Selbstportrait sein sollte, weiß ich nicht - jedenfalls zog er sich meinen Unmut damit zu, dass er unter der Gürtellinie zu viele Details zeichnete. Er dachte wohl, ich hätte von seinem Kunstwerk nichts mitbekommen, war sich aber wohl im Klaren, dass seine Zeichnung mir nicht gefallen würde; denn als ich zu ihm kam, und ihn fragte, was er denn da gezeichnet habe, bedeckte er die entsprechende Stelle schnell mit seinen Händen. Anschließend beeilte er sich, die Details mit dem rubber zu entfernen.



Nachmittags wurde das neue PACE-Regal für mein Learning Center seiner Bestimmung übergeben. Henry hatte es nach meinen Richtlinien entworfen und mit einigen zusätzlichen Ablagen versehen. Bisher hatte mir immer der Platz gefehlt, all die verschiedenen PACEs und Papiere ordentlich unterzubringen. Nun kehrte endlich Ordnung in meinem Office ein.



Am späten Nachmittag zogen verdunkelten schwarze Wolken zunehmend den Himmel, so dass wir vorsorglich alle Peanuts von ihrem Platz an der Sonne unter ein Dach brachten. Zu Recht, denn kurze Zeit später ergoß sich ein Platzregen über das ganze Camp. Für die kids war das der reinste Badespass.

Sonntag, 28. Oktober 2007

Do, 28. Okt. 2004

5 students hatten heuer insgesamt 3 Projekte durchzuführen. Um alle an diesem Nachmittag erledigen zu können gab ich das Einfachste der Projekte an Nano ab, der sonst keine Project Class leitet.


Mit Esther, Fatou und Martha machte ich den Versuch zu Kohlenstoffdioxyd, den ich vor wenigen Wochen mit Alex gemacht hatte, und der schon damals nicht so recht funktioniert hatte. Anschließend untersuchte ich mit Alpha die Hebelwirkung anhand von verschiedenen Dominostein-Paketen auf einem Wippe ähnlichen Aufbau mit variablem Auflagepunkt. Dieses Projekt funktionierte - das lies mich wieder zuversichtlicher auf kommende Projekte blicken.


Ich war gerade auf dem Weg zum Main House um meine Projektutensilien wieder aufzuräumen, als ich David Mendy, Paul und Buba auf dem Dach des Lamin Ba Hauses erblickte. Mit Heugabeln sollten sie die dort zum Trocknen ausgelegten Feldfrüchte auf den Erdboden befördern. Ich sah jedoch, wie Buba David die Gabel an die Rippen hielt und Paul ihn um den Hals packte. Ich rief ihnen zu sie sollten sofort aufhören. Sie kamen diesem Befehl jedoch erst nach, nachdem ich ihn zwei- oder dreimal wiederholt hatte.


Ich lies sie vom Dach herabkommen, schnappte mir Andi als Unterstützung und führte mit ihnen ein Gespräch unter acht Augen. Doch von Einsicht keine Spur. Die folgende körperliche Züchtigung liesen beide nur äußerst widerwillig über sich ergehen. Paul war sogar so dreist, mit zu drohen, "I'll pay back!" (dir zahl ich's heim).


Ich schickte die beiden auf ihre Zimmer mit dem Hinweis, es werde für sie erst wieder etwas zu essen geben, wenn sie mir etwas zu sagen hätten. Dann meldete ich Judy den Vorfall. Kurz vor dem Abendessen kamen die beiden zu mir und entschuldigten sich.


Am Abend trudelte eine Mail von Andis Kumpel Peter ein, der uns in den Sommerferien besucht hatte. Nachdem wir sie gelesen hatten, war bei den alten Zivis die Entscheidung gefallen. Sie werden mit dem Auto nach Hause fahren; denn Peter und ein anderer Kumpel von Peter wollen sie in Spanien abholen. Alea jacta est!

Samstag, 27. Oktober 2007

Mi, 27. Okt. 2004

Didi ging es wieder etwas besser, er dürfte bald wieder hergestellt sein.


Vor einigen Wochen war in Massembe ein Teil einer Hauswand eingestürzt und einer Frau auf den Fuß gefallen. Ihr Mann ließ sie jedoch nicht ins Krankenhaus bringen, sondern vertraute nur auf seinen lokalen "Wunderheiler". Jetzt - mehr als ein Monat war inzwischen vergangen - hielt er das Gejammer seiner Frau nicht mehr aus und wandte sich an uns mit der Bitte, sie nach Soma ins Krankenhaus zu fahren.


Judy freute sich darüber, dass der Mann endlich Einsehen gezeigt habe; J.J. freute sich weniger: er hatte nämlich die Aufgabe, die Frau ins Krankenhaus zu fahren. Der Fuß war inzwischen ziemlich angeschwollen und stank entsetzlich. J.J. berichtete, dass alle drei Begleiterinnen der Frau im Krankenhaus aus dem Auto sprangen um den Arzt zu holen und keine bei ihr blieb - so entsetzlich stank der Fuß. Wahrscheinlich muss das Bein abgenommen werden. Eindeutig die Schuld des Ehemanns, wie Judy richtig feststellte. Der Frau wird das nicht viel nützen.



Neben der Frau hatte J.J. auch noch einen Traktorreifen mit nach Soma genommen, um vier eiserne Ketten daran befestigen zu lassen. Wieder im Camp angekommen wurde die fertige Reifenschaukel sofort aufgehängt und sogleich von den Kindern in Betrieb genommen.


Am frühen Abend kam Nano zurück. Alex ist nun bei seinen Eltern, und Anfang Januar ist der früheste Zeitpunkt für eine mögliche Rückkehr.

Freitag, 26. Oktober 2007

Di, 26. Okt. 2004


Der vergangende Tag hatte keine Besserung in Alex Verhalten oder Einstellung gebracht, so dass er heute von Nano nach Hause gebracht wurde. Sie reisten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, so dass nicht genau abzusehen war, wann Mr. Manneh wieder zurück sein würde.


Die Reihe der afternoon school war diesen Nachmittag wieder an mir. Wenigstens wechseln wir uns ab, denn ich würde nicht jeden Diensttag und Donnerstag einen Teil der Siesta opfern.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Mo, 25. Okt. 2004

Außer Alex, der den Tag in seinem Zimmer zu verbringen hatte, fehlten zu Beginn der neuen Schulwoche krankheitsbedingt noch drei oder vier weitere students.