Sonntag, 30. September 2007

Do, 30. Sept. 2004

In der heutigen Project Class haben wir zwei Versuche gemacht. Der erste war der Versuch zum Wasserkreislauf, den ich schon vorige Woche mit zwei Schülerinnen gemacht hatte. Der zweite Versuch drehte sich um Pflanzenwachstum, und war etwas aufwändiger. Er ist auf zwei Wochen angelegt und zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.

Samstag, 29. September 2007

Mi, 29. Sept. 2004

Heute traten die ersten der am Vortag beschlossenen Änderungen in Kraft. (Noch) keine Project Class am Nachmittag, sowie die Ankündigung, dass am folgenden Tag die erste "Spielplatzandacht" statt finden würde. Abends fand wie gewöhnlich die computer class statt. Paul unterstützte mich heute, da er sich seinen zukünftigen Arbeitsplatz mal aus nächster Nähe und unter realen Einsatzbedingungen ansehen wollte.


Freitag, 28. September 2007

Di, 28. Sept. 2004

1. Chronik 6 - 9. Über diese Stelle durfte ich heute die Andacht halten. Paul war nicht erschienen. Konnte es sein, dass er diese Stelle so langweilig fand? Dann fiel es mir ein; er hatte heute den Job, Nachmittagsschule zu halten. Na dann ...


Auf 17:30 Uhr war das teachers' meeting anberaumt. Die Besprechung erbrachte folgende Veränderungen im kommenden Wochenablauf. Statt bisher zwei sollte es in Zukunft vier Computerklassen geben, die Paul und ich uns aufteilen würden. Da sie an den Abenden von Montag bis Donnerstag statt finden sollten, gab es einige kleinere Änderungen.


Donnerstags ist Probe des Singteams, dem bisher Paul und ich angehörten. Da er Dienstag und Mittwoch abends schon andere Verpflichtungen hatte, trat Paul aus dem Singteam aus. Kompensieren kann er den Ausfall an musischer Betätigung durch die freitägliche Musikstunde, die er zu halten hat. Er wird montags und donnerstags Computer Class halten, ich dienstags und mittwochs.


Auf Mittwoch nachmittags wurde mit sofortiger Wirkung das Blcokflötentraining angesetzt. Das hatte zur Folge, dass die Project Class von Mittwoch auf Donnerstag verlegt wurde. Dienstags ist nun wieder das teachers' meeting. Freitag nachmittags findet die P.E. (Physical Education = Sportunterricht) der Mädels statt, die von den FSJ-lerinnen gehalten wird.



Zusätzlich wurde beschlossen, der Kinderschar aus Massembe, die unseren im Entstehen begriffenen Spielplatz besucht, Biblische Geschichten zu erzählen. Da wir Zivis mit Morgen-, Mittag- und Abendandacht aber schon relativ in Beschlag genommen sind, übernahm Judy diese Aufgabe. Außerdem ist sie momentan die einzige Weiße auf dem Camp, die sich mit den einheimischen Kindern ohne Dolmetscher unterhalten kann. Denn obwohl Englisch offizielle Amtssprache ist, sind die Englischkenntnisse der gemeinen Landbevölkerung ebenso poor (beschränkt) wie ihre sonstigen Lebensverhältnisse.

Donnerstag, 27. September 2007

Mo, 27. Sept. 2007

Den Bibelvers des Monats haben heute zwei oder drei Schüler aufgesagt, wenn auch mit ein wenig Nachhilfe. In den Nachmittagsstunden hatten wir immer noch keinen Strom. Solarstrom gab es zwar wieder. Judy hatte uns aber den Saft abgedreht, bis alle Akkus wieder ganz voll waren. Also mussten wir bis abends ohne Strom auskommen.


Um Acht fand die Computer Class statt. Für selbige wird jedes Mal extra der Generator angeworfen. Der füllt nebenher noch die Wassertanks. Außerdem werden regelmäßig viele Ladegeräte angeschlossen, solange der Generator läuft, damit so wenig wie möglich von den produzierten 220 kW verloren geht. Denn der Generator ist mit keinem Akku verbunden.


Montags ist in der Computer Class immer Word Building dran, vierzehntäglich alternierend mit Readmaster. Das Programm zum Word Building ist für den Lehrer wesentlich weniger arbeitsintensiv als der mittwöchentliche Typemaster-Kurs.



Abends gab es "the same procedure as yesterday": Tee trinken und sich unterhalten.

Mittwoch, 26. September 2007

So, 26. Sept. 2004

Im Gottesdienst sprach Lamin Manneh über die ersten fünf der 10 Gebote. Das neue gebildete Singteam kam heute zu seinem ersten Einsatz. Gesungen wurde ein deutsches, englisches und ein Mandingka-Lied.



Nachmittags war Computer-Time: J.J. und Daniel zockten, und Paul versuchte seinen PC von einem Virus zu kurieren. Schon bei Dämmerungseinbruch waren deswegen die Akkus restlos leer, so dass wir keinen 220 V-Strom hatten, sondern nur noch Licht, das von einem 12 V-Akku gespeist wird.


Nach dem Abendessen haben wir dann das Monopoly-Spiel vom letzten Sonntag fortgesetzt. Daniel ging nach einiger Zeit die Puste aus, und Sonja kurze Zeit später. Das Blatt begann sich zu Deborahs Gunsten zu wenden, doch um Elf einigten wir uns auf Unentschieden.


Anschließend trafen wir Zivis uns noch in einer gemütlichen Runde zum Tee-Trinken. Früh am nächsten Morgen gingen wir zu Bett.

Dienstag, 25. September 2007

Sa, 25. Sept. 2004

Die ganze Woche waren wir in der Schule eingebunden. Da tat uns der heutige teachers' Off-Day ganz gut. Erst mal ausschlafen, und dann gaaaaaanz gemütlich den Tag angehen lassen. So sieht das zumindest im Allgemeinen aus. Individuell gibt es Abweichungen.


So hielt es mich auch heute nicht viel länger als sonst auf meiner stickigen Matraze. Vor dem Sonntag musste noch einmal ein Wäscheberg raus zum Waschen gebracht werden (Sonntags beschäftigen wir niemanden). Außerdem wollte ich heute nach Soma fahren. Das Tele-Center wartete bestimmt schon ganz ungeduldig auf mich ;-)


Didi bekam beim Frühstück den Job zugeteilt, mit dem Truck nach Soma zu fahren und Reis einzukaufen. Das passte ja wunderbar! Außerdem wollten noch zwei Mädels mit, einkaufen, sowie Sonja um Mails abzuholen.



Zu fünft quetschten wir uns in die Fahrerkabine des Trucks, die eigentlich nur für drei Leute ausgelegt ist. Am Police Stop am Ortseingang von Soma wurden wir dann auch prompt angehalten, und ließen uns brav belehren, dass die Fahrerkabine nicht für fünf Personen ausgelegt sei. Hinten im Laderaum dürften wir aber so viele Leute befördern, wie wir wollten. Nicht dass er uns böse sei, versicherte uns der diensthabende Beamte, das sei lediglich ein Rat "for future".


In Soma teilten wir uns. Didi und die Mädels machten ihre Einkäufe, und Sonja und ich zogen los in Richtung Tele-Center. Der Besitzer des Tele-Centers war nicht da - vielleicht hatte er was zu erledigen, oder er schlief aus - so dass wir uns zu einem anderen Tele-Center aufmachten, das näher am Ortseingang lag. Dort erledigten wir verschiedene Dinge für die einzelnen Leute aus dem Camp im Internet. Nach eineinhalb Stunden war der Akku, der zu Beginn zu 70 % voll war, am Ende. Wegen der langsamen Verbindung hatten wir zwar nicht alles erledigen können, was wir wollten, aber zumindest das Wichtigste.



Gekostet haben uns die 90 Minuten online nicht einmal 25 Dalasis, das sind rund 70 Cent. Von dieser Seite aus würde eigentlich nichts gegen längere wöchentliche "Internet-Fahrten" nach Soma sprechen (sofern sie sich mit einem anderen Zweck verknüpfen lassen). Begrenzt würde die Dauer ja lediglich durch die Kapazität des Akkus, sowie den guten Willen des Betreibers des Tele-Centers, der mit Internetverbindungen praktisch keinen Gewinn machen kann. Leider, leider ist die Straße nach Soma so schlecht, dass Daniel und Paul, die beiden Laptop-Besitzer, sich weigern, ihren Laptop mehr als einmal pro Woche nach Soma zu schicken, da die Erfahrung zeige, dass Notebooks durch den Transport in Mitleidenschaft gezogen werden. Ist ja verständlich - scheiß Straßen!!


Am späten Nachmittag hatten wir Zivis uns genügend erholt, so dass wir ein Fußballspiel "alte gegen neue Zivis" veranstalteten, dem lediglich Daniel fern blieb, da er sich nicht wohl fühlte. Unterstützung bekamen beide Teams von 2 oder drei boys.



Abends veranstaltete Andi den ersten richtigen Fun-Evening mit den Kids. Seine Spiele waren einfach, und von durchschlagendem Erfolg.



Die Kinder hielt es bei einigen Spielen nicht auf ihren Plätzen, und auch wir Zivis hatten unseren Spaß.



Paul und ich zeichneten mit unseren Video- bzw. Digitalkameras das bunte Treiben auf. Einige Jungs baten mich, ebenfalls Bilder vom Geschehen mit meiner Kamera machen zu dürfen. Ich erlaubte es ihnen, und die meisten geknipsten Bilder zeigten Mädels im gleichen Alter. Was für ein Zufall ...

Montag, 24. September 2007

Fr, 24. Sept. 2004

Wie schon vergangenen Freitag, so wurde auch diesen Freitag der reguläre Unterricht um 10:30 Uhr beendet. Nach einer halbstündigen Pause wurden die Kinder "zweigeteilt". Wer sich für die Recorder Class eingeschrieben hatte, bekam bei Judy und Matze die ersten Blockflötentöne beigebracht. Der Rest kam für heute komplett in die Art Class, die Andi und ich leiten.



Zum Anfang lies Andi die Kinder erst einmal ein ganzes Blatt mit Bleistift schattieren. Dabei durften sie verschiedene Handhaltungen ausprobieren. Dann wollten wir sie in die verschiedenen "Grundlinienarten" (gerade, gewellt, gezackt, gestrichelt, ...) einführen.


Ich skizzierte ein Bild auf ein Blatt Papier und die Kinder sollten sich daran orientieren und sich Anstöße holen. Zunächst teilte ich das Bild durch einen horizontalen Strich in zwei Hälften. Die Untere wurde mit waagrechten gewellten Linien versehen und bildete einen bis zum Horizont reichenden Ozean. Über dem Horizont platzierte ich in der Mitte des Bildes aus einem Halbkreis und mehreren Strahlen eine stilisierte Sonne. Ein paar schwungvolle Doppelbögen später bevölkerten einige Vögel den wolkenlosen Himmel. Das fiel mir auf, und so sorgte ich dafür, dass ein paar Wolken aufzogen. Ein paar von ihnen wurden mit schrägen gestrichelten Linien versehen. Der Wasserkreislauf war geschlossen. Nachdem ich noch einen Ball auf das Wasser gezeichnet hatte, begannen einzelne Schüler selbst kreativ zu werden. Einige malten Fische ins Wasser, andere fanden, es würde noch ein Boot am Horizont fehlen und baten mich um eine Vorlage, die sie eifrig kopierten. Inzwischen hatten die Bilder Gestalt angenommen und sahen richtig schön aus. Es waren zwar keine Picassos darunter (wobei sich sich noch darüber streiten lässt, ob Picasso schöne Bilder malt), aber für die erste Zeichenstunde waren die Ergebnisse zweifellos beeindruckend. Wie es sich für einen echten Künstler gehört, wurden die Werke nach getaner Arbeit handsigniert.


Anschließend schickten wir sie nach draußen mit dem Auftrag, mit drei verschiedenen Blättern pro Nase zurückzukehren. Der Reihe nach hatten sie diese unter ihre Zeichenpapiere zu legen, und die Blattstruktur durch Schraffieren sichtbar zu machen. Nach den Blättern waren Münzen an der Reihe: 1-Dalasi sowie verschiedene Butut Münzen (100 Bututs = 1 Dalasi). Der Renner war jedoch eine alte 1-DM-Münze, die im warmen Afrika dem Tod durch Einschmelzen nach der Euro-Einführung entgangen war, und die nun hier mitten unter Dalasis ihr Leben fristet.


Nachmittags hatte ich den ersten PACE-Test zu korrigieren. Die schnellste meiner students hatte nach knapp zwei Wochen ihr erstes PACE beendet und am Vormittag den abschließenden PACE-Test absolviert. Ein durchschnittlicher Schüer braucht drei Wochen um in jedem Fach ein PACE abzuschließen.


Der PACE-Test gilt als bestanden, wenn ein Score von mindestens 80 % erreicht wurde. In diesem Fall bekommt der Schüler ein neues PACE zugeteilt, sowie einen Stern in der Farbe des Subjects, den er sich auf seine Progress Card kleben kann. So hat er ein sichtbares Maß für seine Fortschritte. Auch der Erfolg lässt sich dadurch (in begrenzten Umfang) ablesen, denn für einen 100%-ig bestandenen Test gibt es statt des farbigen einen Golden Star. Dieser Test war allerdings "nur" 98%-ig. Das eigentlich fehlerlose Ergebnis wurde lediglich durch einen Rechtschreibfehler zunichte gemacht.



Wird der Test nicht bestanden, so muss das gesamte PACE wiederholt durchgearbeitet werden. Diese Möglichkeit versucht der Supervisor dadurch so gering wie möglich zu halten, dass er den Self Test, eine Art Generalprobe für den Test, erst durchführen lässt, wenn er glaubt, dass der Schüer bereit für den PACE-Test ist. Fällt ein Schüler durch den Self Test (weniger als 90 %), steht außerdem nicht die Wiederholung des kompletten PACEs an, sondern lediglich die Teile mit Lernlücken, so genannten Learning Gaps. Trotz allen Sicherheitsvorkehrungen hat es dieses Schuljahr schon ein Schüler aus Matzes Learning Center geschafft durchzufallen. Das lag daran, dass er in einer Trotzreaktion zum PACE-Test angetreten war, ohne sich und seinem Supervisor einzugestehen, dass er nicht genügend vorbereitet war. Denn nicht alle Schwächen werden vom Self Test aufgedeckt.


Freitag nachmittags ist der Zeitpunkt für die wöchentliche Physical Education für die girls. Dieses Mal stand Fußball auf dem Programm. Für die Jungs gibt es keinen eigenen P.E. Nachmittag, da sie sowieso praktisch jeden Nachmittag auf dem Fußballfeld anzutreffen sind.