Freitag, 13. Juni 2008

Mo, 13. Juni 2005

Da sich Pauls Zustand noch nicht gebessert hatte, sondern er im Gegenteil jetzt auch noch über Schmerzen im Brustbereich klagte, fuhr JJ an diesem Morgen mit ihm nach Sibanor.


Das teachers' meeting


... brachte folgende Neuerungen. In Zukunft würde es morgens direkt nach Schulbeginn eine Matheübungsphase geben; dass damit jedoch nicht die nahe Zukunft, sondern eher die Zeit nach den Ferien gemeint war, sollte sich in den nächsten Tagen zeigen.


Darüber hinaus wurde beschlossen, das Schuljahresabschlussexamen ein wenig an Umfang zu reduzieren und die Schüler nur auf den Gebieten English, Math und Bible Studies zu testen.


Der Sporttag sollte wie geplant am letzten Schultag (30. Juni) stattfinden. Mal schauen wie das wird ...


Das teachers' meeting ging gerade zu Ende als Paul und JJ auf das Camp fuhren. Den Nachmittag hatten sie bei Zill und Yama in Bwiam verbracht. Paul gab bekannt, dass er pro Tag 14 Tabletten nehmen sollte. Als das die Leute vom Dorf hörten, meinten sie, jetzt müsse es ihm ja bald wieder besser gehen, weil er ja Medizin bekomme. Na, ich weiß nicht – zu viel des Guten kann auch ungesund sein. Schau mer mal, dann seh mer schon ...


Donnerstag, 12. Juni 2008

So, 12. Juni 2005

Ohne uns abzusprechen haben Judy und ich uns heute die Arbeit geteilt. Ich machte das Frühstück, und Judy fuhr für Paul nach Kundung.


Am Nachmittag haben JJ, Nano, die boys und ich zusammen das Affenfleisch vom Vortag verputzt. Schmeckt ganz ordentlich, aber nicht so gut wie Schweinefleisch.

Sa, 11. Juni 2005

Ereignisreicher Off-Day


Um Acht Uhr war bereits das ganze Camp auf den Beinen; außer Paul, der war immer noch krank. Als ich um 8:15 das Tor öffnete, strömte noch einmal ein gutes Dutzend Leute und ein großer Traktor auf das Camp. Man kann wirklich sagen, es war was los.


Ich nutzte den Vormittag dazu mich auf die Examsarbeit am Ende des Schuljahres vorzubereiten. Oder besser gesagt, ich bereitete meinen Teil der Examensarbeit vor. Wenn man es sich genau überlegt, wird das Examen sowohl von den Schülern als auch von den Lehrern geschrieben; diese arbeiten es aus, und jene schreiben den Test.


Dadurch dass die ganzen big boys aus Kombo mit ihren Freunden gekommen waren, hatte Hermann heute jede Menge Arbeitskräfte zur Verfügung. Drei von unseren Jungs ausgenommen, die zum Wässern der Camp Pflanzen eingeteilt wurden, wurden alle anderen in den Garten abkommandiert; der musste vor dem Besuch des Präsidenten noch ein wenig bearbeitet und hergerichtet werden.



Kurz nach Elf bin ich dann auch raus in den Garten, aber nicht mit einer hoe bewaffnet, sondern mit meiner Kamera.


Ein traumhafter Jagdausflug


Kurz nach dem Mittagessen machte sich JJ bereit zum Jagen. Kurzentschlossen bewaffnete ich mich wieder mit meiner Kamera und ging auch mit. Mit JJ, den Kombo Boys und Ivon, dem Koreaner waren wir eine bunte Truppe.



Dem kleinsten der Kombo Boys schien es Massembe und der Jagdausflug richtig angetan zu haben. Auf der Fahrt zum Jagdgebiet wandelte er hinten auf dem Toyota stehend ein bekanntes Sonntagsschullied kurzerhand ab: When you're happy in Massembe clap your hands! When you're happy in Massembe clap your hands ... und er klatschte in die Hände.


Die Jagd war ein voller Erfolg. Schon nach sehr kurzer Zeit hatten wir die Affen gefunden. JJ schoss zwei schwarze Affen von einem Baum und direkt auf dem Baum daneben saß ein weiterer mit einem Affenbaby. Ich bat JJ, mich doch auch mal schießen zu lassen, und er tat mir den Gefallen. Er zeigte mir kurz, worauf ich beim Zielen zu achten hatte, und es gelang mir tatsächlich den Affen zu schießen. Das Jungtier hatte ich nicht getroffen, was wohl mehr Glück als Verstand war, weil ich ja mit einem Schrotgewehr geschossen hatte.


Nun hatten wir bereits drei große Schwarze Affen erlegt. Da die big boys aber ordentlich Fleisch mit nach Kombo nehmen wollten, beschlossen wir noch ein oder zwei weitere Affen zu schießen. Nur kurze Zeit später hatten wir den nächsten Affen in einem Baum ausfindig gemacht und JJ schoss.



Er traf ihn auch, aber nicht tödlich, so dass der Affe sich oben im Baum halten konnte. JJ beschloss auf dem Baum zu klettern und den Affen runterzuholen, weil er keine weitere Patrone verschwenden wollte. Er erreichte ihn aber nicht, weil der Affe auf einem Ast zu weit draußen saß, und so musste er unverrichteter Dinge wieder umkehren. Auf dem Weg nach Unten riss er sich seine Hose an der Baumrinde auf, so dass er, als er unten ankam, einen Riss in der Hose hatte, der wie ein halber Meter langer Hosenladen aussah. Wir lachten und meinten, dass das aber nicht mit der Kleiderordnung auf dem Camp zu vereinbaren sei.



Mit einer weiteren Bullet holte JJ den Affen vom Baum und mit einer Ausbeute von nunmehr 4 großen Schwarzen Affen traten wir den Rückweg an. Beim Auto angekommen stellten wir fest, dass das Vorderrad auf der Fahrerseite platt war. Aber JJ, der inzwischen Übung im Reifenwechseln hatte, und Wuje wechselten das Rad im Handumdrehen. Dann machten wir uns auf den Heimweg. Es war noch nicht einmal Viertel Vier.



Im Camp angekommen machten sich die Kombo Boys umgehend daran die Affen auszunehmen. Sie arbeiteten derart schnell, dass sie – nachdem ich das Gewehr ins Zivihaus gebracht hatte – bereits mit dem ersten Affen fertig waren und an Numero Zwei und Drei arbeiteten.



Die Fleischverteilung sah dann so aus: ein Affe würde an Miss Hong gehen, zwei würden die Kombo Boys mitnehmen und den letzten würden wir hierbehalten.


Um Viertel Fünf machten sich Miss Hong und ihre Koreanischen Short Termer auf den Rückweg nach Kombo. Beinahe hätten sie die drei Mädels hier vergessen, die mit ihnen gekommen waren. Der Geländewagen war schon beim Gate, als die Mädels aus dem Main House kamen und Hermann ihnen zurief: "Run, run!"


Dauda und die Kombo Boys machten sich eine Viertelstunde später auf den Weg. Sie kündigten jedoch an zum Besuch des Präsidenten zurück zu kommen, so dass wir sie wohl schon in vier, fünf Tagen wiedersehen werden; und Miss Hong natürlich auch.



Abendessen


Zum Abendessen war schließlich wieder weitgehend Normalität eingekehrt. Nachdem ich mit den Kids gegessen hatte, schaute ich noch im Main House vorbei um für Paul eine Portion Abendessen abzuholen. Als das erledigt war, fragte ich Hermann ob ich am kommenden Freitag mit den Schülern des LLC einen Field Trip zum Fluss machen könnte. Er meinte, am Donnerstag sei ja der Besuch des Präsidenten, so dass wir den Freitag wohl zum Aufräumen würden benutzen müssen. Der Field Trip wird sich also mindestens um eine Woche verschieben.


Unterdessen wartete eine schwangere Frau vor dem Main House. Nach eigenen Angaben war sie zwar erst im 7. Monat schwanger, aber sie blutete bereits so stark, dass Judy sie nach Soma ins Krankenhaus fuhr. Betty erzählte uns, dass das bereits ihre zweite Schwangerschaft nach einem Unfruchtbarkeitseingriff sei, und dass sie schon bei der Ersten fast gestorben sei. Vielleicht solle sie sich langsam mal Gedanken machen, ob sie nicht den Spezialisten in Bwiam aufsuchen wolle ...



Fun Evening


... oder besser gesagt Film Evening; Nano zeigte Beyond the next Mountain. Der Film handelt von einem Eingeborenen aus einem Stamm im Nordwesten Indiens, der für seinen Stamm die Bibel aus den Ursprachen übersetzt.

Fr, 10. Juni 2005

Unter Umständen war das Judys letzte Art Class für dieses Schuljahr, und so nutzte sie sie für einen Rice Field Trip – einen Ausflug in ein Reisfeld.



Pünktlich zu Andachtsbeginn brachen JJ und Judy mit dem Toyota nach Soma auf. Bei ihrer Rückkehr hatten sie neben einem Sack Reis auch drei verschiedene Ölsorten an Bord. Zum Einen Diesel als Brennstoff, und zum anderen zwei Ölsorten für die Küche.


Hermann sprach in der Andacht über 1. Mose 45,8; darüber, dass Gott damals einen Plan mit Josephs Leben gehabt hatte, und dass er genauso auch noch heute einen Plan mit unserem Leben hat.


So gegen Fünf ergab sich an diesem Nachmittag ganz spontan ein Fußballspiel. Tom, Sam, Alex, JJ und ich spielten in der einen Mannschaft gegen den Rest der boys in der anderen. Tom Cosier, benannt nach dem Gründer der Good Seed Mission und ein Bruder von Matty, war am Vorabend angekommen. Er würde für drei Monate auf dem Camp bleiben und mitarbeiten. Wahrscheinlich finanziert er sich so sein Studium, oder was auch immer er macht.


Der Schatten des Präsidenten


Gegen 21:00 kehrte dann noch einmal richtig Leben ein im Camp. Der Besuch des Präsidenten am kommenden Donnerstag hatte sich nämlich inzwischen auch bei WEC und bei Miss Hongs Missionsstation herumgesprochen, und so kam es, dass an diesem Abend zwei Geländewagen vorfuhren. In dem Einen war Miss Hong mit einer Handvoll koreanischer Ultra Short Termer sowie drei der Mädels ihrer Schule.



Im anderen Wagen, einem WEC Pickup, waren Dauda und alle Kombo Big Boys außer Baba Ceesay; dafür war dessen Bruder Modou mit ein paar Freunden dabei.



An diesem Abend wurde noch lange geredet, und bei den Koreanern, die direkt neben uns Zivis im Guest House untergebracht wurden, war um Zwei Uhr nachts noch Licht ...

Do, 09. Juni 2005

Social Security


Gleich 6 Mann hoch rückten die Männer von der Sozialversicherung kurz vor der großen Pause an. Da Hermann nicht da war, kümmerte Judy sich um sie.



Projects & Paul


In der Project Class wickelten Judy und ich die Projekte von 4 oder 5 Mädels ab. Die Jungs spielten lieber Fußball anstatt zu den Projekten zu kommen, und da wir sowieso schon alle Hände voll zu tun hatten, liesen wir es dabei bewenden.



Im LLC gab es heute keine Project Class, weil Paul sich nicht gut fühlte. Da schien sich wohl eine Malaria anzubahnen, und entsprechend wurde er medikamentös behandelt.



Um 23:15 kam Hermann aus Kombo zurück.

Sonntag, 8. Juni 2008

Mi, 08. Juni 2005

Email-Frust


Schon seit mehreren Tagen kann Hermann keine Emails mehr checken. Heute morgen äußerte er den Verdacht, dass es vielleicht einen Zusammenhang mit dem Netzwerk geben könnte, das ich am Wochenende für Judy eingerichtet hatte, um ihren Drucker installieren zu können. Dieser Gedanke war mir auch schon gekommen, und so versuchte ich in der Großen Pause das Problem zu beheben. Ich löschte das Netzwerk wieder und markierte zwei Checkboxen. Dann startete ich den Computer neu, und versuchte Emails zu senden. Die Verbindung kam nicht zustande, weil die Infrarot-Verbindung nicht funktionierte. Da kam Hermann und aktivierte sie am Handy. Daraufhin funktionierte das Einwählen problemlos.


Zu meiner Überraschung sagte Hermann aber, das sei auch schon die letzten Male so gewesen. Die Verbindung käme immer zu Stande, würde dann aber abbrechen, sobald man versuche zu senden oder zu empfangen. So war es auch heute. Trotzdem war ich erleichtert, denn das bedeutete, dass die Kommunikation zwischen Handy und Computer funktionierte, und der Fehler vermutlich in der Konfiguration von Outlook Express lag; daran hatte ich aber absolut nichts verändert ...


Wir bekommen Besuch


Am Ende der Großen Pause teilte Hermann Paul, Nano und mir mit, dass ihm soeben Mahawa Cham mitgeteilt habe, dass der Präsident nächste Woche unseren Garten besichtigen wolle. Außerdem habe er gesagt, das sei der einzige Ort den er im ganzen Lower River District besuchen werde. Hermann weiß noch nicht, ob er sich auf diesen Besuch freuen soll oder nicht. Denn in jedem Fall bedeutet das Aufsehen und eine Menge Extraarbeit für ihn. Andererseits ist es aber auch eine Möglichkeit, den Präsidenten direkt um das Gründstück des Camps zu bitten. Dazu muss sich Hermann jetzt nur noch um die nötigen Papiere kümmern.



In der Siesta haben JJ und Nano das Affenfleisch zubereitet. Nach der Mitarbeiterandacht ging es dann den Weg allen Fleisches.

Samstag, 7. Juni 2008

Di, 07. Juni 2005

Seit gestern ist Ina krank. Indirekt sind das die Auswirkungen ihres Ohrenproblems. Die Antibiotika scheinen sich ihr nun auf den Magen zu schlagen; jedenfalls hatte sie zeitweise so starke Bauchschmerzen, dass ihr das Atmen ganz schwer fiel. Dank Schmerzmitteln geht es ihr momentan etwas "besser".


Um 19:10 setzte ein Regen ein, der jedoch was Länge und Intensität angeht noch keinesfalls in die Kategorie der Regenzeit-Regen fällt.


Er hielt Sam und JJ auch nicht davon ab, mit JJs frisch erstandener Jagdlizenz heute erstmals offiziell jagen zu gehen.



Mit einem Affen als Beute kehrten sie zurück.