Dienstag, 8. April 2008

Do, 07. April 2005

Das Lamin-Bah-House, die Front des Main Houses sowie die Pfeiler des Wassertanks bekamen an diesem Tag einen neuen weißen Anstrich verpasst.



Gegen Ende des Vormittags gingen die Jungs wieder in den Garten. Unterdessen pinselte ich den Schriftzug der Schilder von Main House und Zivi House neu mit weißer Farbe nach.



Gegen Elf kamen Hermann und Paul aus Kombo zurück. Sie brachten zudem Modou aus den Ferien mit.



Zur Feier des Tages (keine Ahnung, was der Anlass war) gab es heute mal ein "richtiges" Mittagessen im Main House, statt der sonst üblichen Rice Bowl. Leider blieb das eine Ausnahme ...

Sonntag, 6. April 2008

Mi, 06. April 2005

Ein Tag wie jeder andere?


Vielleicht. White washing vor- und Wässern nachmittags gehört ja inzwischen zum Standardprogramm. Was diesen Tag doch nicht nur völlig "normal" werden lies, waren folgende Details.


Bevor wir mit dem Weiseln anfingen, fuhren Sam und ich mit dem Toyota und einer Ladung Zement in den Garten. Aber nicht in den, den ich bisher als unseren Garten kannte, sondern in einen zweiten. Dieser liegt etwas weiter außerhalb von Massembe, und hat vier noch relativ junge Brunnenlöcher, von denen zur Zeit die Betonfassung betoniert wird. Die Brunnen sind für's Dorf, erklärte mir Samuel, werden aber vom Camp finanziert.


Auf dem Rückweg blieben wir mit dem Toyota im Sand des Feldweges stecken. Endlich mal eine Möglichkeit den Allradantrieb auszuprobieren! Ich schaltete um, aber es tat sich nicht viel. Wie JJ mir später erklärte, hatte Ralph um der allgemeinen Fahrsicherheit willen ein Teil ausgebaut, das für den Allradantrieb essentiell war. Also mussten wir ohne Vierrad-Antrieb auskommen. Mit unseren Händen schaufelten wir den Sand hinter den Rädern beiseite, und legten Bambus von den Feldern als Unterlage hin. Dann fuhr ich langsam rückwärts von der Sandpiste aufs Feld, während Sam schob so gut es ging. Schließlich hatten wir wieder festen Boden unter den Rädern, und wir konnten unseren Rückweg fortsetzen.


Wieder im Camp angekommen, begannen wir mit dem Weißeln. Sam war der Ansicht, dass wir heute besonders viel arbeiten müssten, da Hermann nicht da sei. Schließlich solle uns niemand nachsagen können, wir würden nur arbeiten, wenn der Chef vor Ort ist. Im Endeffekt war jedoch weder ein Leistungsschub noch ein Einbruch festzustellen.



Wir arbeiteten so wie immer, nicht mehr und nicht weniger. Geweißelt wurden heute: das komplette (ehemalige) Wellhouse (bereits zum 2. Mal), das komplette Lamin Bah House (1. Mal), die beiden kurzen Seiten der Workshops, sowie Teile der Pfeiler auf denen die Wassertanks ruhen. Generell muss alles 2 Mal geweißelt werden, damit das Weiß kräftiger wird.


In der Mittagspause schauten JJ und ich Scorpion King an, und abends gingen Sam und JJ wieder mal jagen. Aber auch heute war ihnen kein Jagderfolg beschieden.

Samstag, 5. April 2008

Di, 05. April 2005

Mit Sam und Ousman widmete ich mich den Morgen über dem Whitewashing. JJ fuhr unterdessen nach Soma, den Toyota bis oben hin beladen mit vier Traktorhinterrädern. Was genau mit denen nicht in Ordnung war, weiß ich nicht; jedenfalls sollte er sie alle in Soma herrichten lassen. Anders als sonst fuhr JJ heute richtig gerne nach Soma, wollte er doch seiner Freundin per Telefon zum Geburtstag gratulieren. Mit dem Handy ist das viel zu teuer, aber die Preise in den Tele Centern in Soma sind erschwinglich.


Gegen halb Elf beendeten wir drei das White Washing und gingen in den Garten um Cashew Nuts zu pflanzen. Erst hatte ich gedacht, 500 Setzlinge einzupflanzen würde total lange dauern, aber mit der richtigen Technik geht das buchstäblich im Handumdrehen.



Dazu nehme man einfach den Samen in die linke Hand, und ein Stöckchen in die Rechte. Eine schnelle, kreisende Handbewegung puhlt einen umgekehrten Kegel in die Erde, in den der Same hineingesetzt werden kann. Dann noch kurz ein wenig Erde oben drauf, fest drücken, und fertig. Zu dritt benötigten für die 500 Setzlinge vielleicht eine Viertelstunde. Anschließend wurden die frisch gepflanzten Cashew Nuts noch mit der Gießkanne gewässert, damit sie in der Hitze nicht verdursteten.


Freitag, 4. April 2008

Mo, 04. April 2005

Für Sam, Balla und mich begann heute eine weiße Woche. An diesem Morgen weiselten wir gemeinsam die komplette Schule sowie die Frontansichten der Workshops und des Wellhouses.



Den Nachmittag verbrachten Ousman und ich mit Wässern, während Sam am Wellhouse weiter weiselte. Zum Weiseln hatten wir das Wellhouse Schild abgenommen, und Hermann hatte uns angewiesen, es danach nicht wieder aufzuhängen. Unschlüssig, wie das Wellhouse in Zukunft zu nennen sei, scherzten Sam und ich, man solle es doch UNO House nennen - UNidentified Object House. Hermann meinte dazu nur, ein UNO House auf seinem Compound sei wirklich "great" ...


Nachdem JJ Paul und seine Gäste aus Kundung abgeholt hatte, berichtete er, dass die Hochzeit von Yama und Seal nun auf 21. Mai diesen Jahres neu angesetzt sei. Hoffentlich klappt's diesmal ...!


Da Paul samt Anhang nun wieder zurück war, ging es in der Andacht wieder normal weiter. An diesem Abend beschäftigten wir uns mit den verschiedenen Langzeitprophetien, die es in der Bibel für Israel gibt. Insgesamt sind es vier Zeiträume: zuerst 490 Jahre (von König Saul bis zur Babylonischen Gefangenschaft), dann 70 Jahre babylonische Gefangenschaft, an die sich wiederum nahtlos 483 weitere Jahre anschließen, die mit Jesu Einzug in Jerusalem enden. Diese drei Zeiträume sind schon vergangen, aber der Vierte, die letzte Jahrwoche, steht noch aus. Sie beginnt, wenn ein großer Machthaber einen wichtigen Vertrag mit Israel abschließen wird.

Donnerstag, 3. April 2008

So, 03. April 2005

Mit dem Abholen der Kundung People war heute ich wieder an der Reihe. Keba Djajou, der sich sonntags regelmäßig mitnehmen lässt, zeigte mir dieses Mal einen "neuen" Weg parallel zur Hauptstraße. Der ist zwar nur so breit wie ein Eselskarren, dafür aber, wie alle Feldwege hier, viel besser in Schuss als die Main Road.


Hermann sprach im Gottesdienst über die Bedeutung des Regenbogens und über Noahs Gerechtigkeit.


Die Rückfahrt nach Kundung wurde mir von JJ abgenommen, der sowieso noch nach seinem Bush Pig schauen wollte, wegen dem er sich in der vergangenen Nacht fast verlaufen hätte. Paul und sein Besuch fuhren auch mit nach Kundung, wo sie bis zum nächsten Tag bleiben und - wenn auch nur für eine Nacht - der Illusion hingeben wollten, so zu leben wie die Menschen im Busch.


In der Andacht gönnte Hermann uns allen (sich selbst eingeschlossen) eine Pause vom bisherigen Themenkomplex, und behandelte schlicht Psalm 146. So verpasste Paul nichts von seinem Lieblingsthema.


Vorgestern ...


... hatte ich meinen Eltern, und JJ seiner Freundin eine Mail mit einem Aprilscherz geschickt. Diesen Abend trudelten die Antworten ein.



JJ's Freundin war untröstlich, dass ihr Schatz einen ganzen Monat später als geplant heimkommen würde, und wagte kaum zu hoffen, dass alles nur ein Aprilscherz sei.


Meine Eltern hatten die Kröte ebenso geschluckt, und rieten mir schriftlich davon ab, irgendwelche überstürzten Entscheidungen zu treffen, bzw. diese noch einmal zu überdenken. JJ und ich freuten uns wie die Schneekönige. Das hatte ja wunderbar geklappt!

Mittwoch, 2. April 2008

Sa, 02. April 2005

Der Off-Day ...


... begann mit ausschlafen; bis 13:00 Uhr. Um 17:00 Uhr gaben wir den Pflanzen eine Runde Wasser. Das war auch schon alles.


Am Abend wollte ich eigentlich mit Pauls Gästen Perfect Harmonie anschauen. Leider lies ich mich von den Jungs dazu überreden, einen nigerianischen Film anzuschauen. Wenn ich vorher gewusst hätte, wie schlecht (gemacht) der war, hätte ich mich nicht erweichen lassen. Aber hinterher ist man eben immer klüger.



JJ, Sam, Peter und Paul waren in de Zwischenzeit wieder jagen gegangen. Als JJ sich auf dem Rückweg von der Gruppe trennte, um einem Bush Pig nachzustellen, verirrte er sich beinahe. Nur durch die Orientierung am Sternenhimmel fand er wieder den richtigen Weg zurück.

Dienstag, 1. April 2008

Fr, 01. April 2005

Diesen Morgen war es soweit – die Schilder konnten angebracht werden. Was ich mir als eine Sache von wenigen Minuten gedacht hatte, zog sich über den ganzen Vormittag hin. Der ursprüngliche Gedanke war nämlich, das Schild mit Schrauben zu befestigen. Es stellte sich jedoch heraus, dass das Eisengestrebe aus gehärtetem Stahl zu hart für die vorhandenen Bohrer war; nachdem wir zwei Bohrer verschlissen hatten, sahen wir ein, dass es einen anderen Weg geben musste. Ich fragte JJ, wie er denn das Massembe Schild befestigt habe, und er meinte, das sei eine gute Frage. Eine sehr gute sogar. Denn dieses Schild habe er genietet!


Von dem alten Schriftzug waren noch Bohrlöcher der Größe 5 im Gestrebe vorhanden. Nieten dieser Größe und eine Nietzange gab es im Wellhouse. Nachdem wir die nötigen Löcher ins Schild gebohrt hatten, nieteten wir es ans Gestrebe. Das waren die ersten (richtigen) Nieten meines Lebens ...



Der Erste diesen Monats wird hier in Gambia (und in ganz Afrika) weitgehend so gefeiert, wie man das von zu Hause gewohnt ist. So haben Balamoussa und andere Baba Ceesay in einer Gemeinschaftsaktion verkohlt. Bala schickte ihn mit einer kleinen Tüte voller Eisenstückchen in den Garten zu Amadou. Der lotste ihn weiter zu Balamoussas Eltern, die ihn wieder weiter schickten. Das ging so lange, bis ihn irgendjemand darauf hinwies, dass er zum Besten gehalten wurde.


Weil Baba bald wieder gehen wollte, gingen er und JJ in dieser Mittagspause Affen jagen. Mit zweien kamen sie zurück, von denen Baba einen komplett mit nach Kombo nehmen wird. Abends gab es das Fleisch des anderen Affen zum Essen.


Am Abend schrieb ich meinen Eltern eine Email mit dem Inhalt, dass Bettys drittes Kind bereits unterwegs sei, und wir Zivis uns dazu entschlossen hätten bis Ende des Jahres zu verlängern. JJ schrieb seiner Freundin eine ähnliche Mail, dass er bis Ende August bleiben werde. Beide Mails waren natürlich nur ein Scherz, und wir warteten gespannt auf die Reaktionen.