Sonntag, 9. März 2008

Mo, 07. März 2005

Am frühen Morgen fühlte Paul sich nicht fit genug für die Schule, so dass wir den Tag mit drei Lehrern begannen. Judy würde zum zweiten Mal in Folge ihren Off-Day opfern, und sich allein um das ULC kümmern, während Nano und ich für das LLC verantwortlich sein sollten. Die jüngeren Schüler im LLC müssen nämlich noch mehr lesen und brauchen insgesamt etwas mehr Betreuung als die im ULC. Trotzdem kamen wir nicht umhin, allen Schülern das A-Privilege zu verleihen, damit sie selbstständig scoren gehen konnten.



Nach einem Drittel des Vormittags kam Betty in die Schule; und zwar nicht, um kurz was mit Judy zu besprechen, sondern um ihr tatkräftig unter die Arme zu greifen! Als ich sie später fragte, wie lange sie schon nicht mehr als Lehrer in der Schule gewesen sei, meinte sie, das sei schon einige Jahre her, aber es liege ihr im Blut. Trotzdem kann sie sich eine dauerhafte Rückkehr in den Unterricht als Lehrer erst in etwa 10 Jahren vorstellen, wenn ihre Kinder etwas größer sind.



Alles in allem kamen wir zu viert richtig gut zurecht, so dass die A-Privileges in der nächsten Pause von Judy gleich wieder eingesammelt wurden. Das hatte jedoch bei einigen Schülern einen kleinen Motivationseinbruch zur Folge, hatten sie sich doch so über das A-Privilege gefreut.


Paul erholte sich inzwischen; am Nachmittag war er schon wieder so fit, dass er seinen nachmittäglichen Pflichten in der Schule nachkam, und abends sogar Computer Class hielt.

Donnerstag, 6. März 2008

So, 06. März 2005

Vor den Ferien war heute das letzte Mal mein "Turn" die Kundung People abzuholen. Lamin Manneh war heute nicht da, dafür aber Seal. Und zu meiner großen Überraschung waren heute alle rechtzeitig fertig, so dass wir uns bereits zwei Minuten vor Neun (!) auf den Weg nach Massembe machen konnten. Für die 14 km braucht man wegen der schlechten Straße, wenn man zügig fährt, eine knappe halbe Stunde. Richtig pünktlich kamen wir zum Gottesdienst. Hermann predigte wieder; nur leider war die heutige Predigt im Wesentlichen ein Wiederkäuen der Predigt des letzten Sonntags (über die Endzeit). Der große Unterschied zu letztem Sonntag bestand lediglich darin, dass wir heute Abendmahl hatten.



Nachmittags gab es "zur Abwechslung" (JJ) mal wieder Affenfleisch. Weil ihm die Wildschweine einfach nicht vor die Flinte laufen wollten, hatte JJ am Vortag zwei Affen geschossen, die Nano nun heute Nachmittag zubereitete. Die Kinder bekamen einen Großteil davon, so dass mir am Abend einer der Jungs mitteilte, "so satt wie heute sei er noch nie gewesen."

Mittwoch, 5. März 2008

Sa, 05. März 2005

Fern vom Trubel verbrachte ich den ganzen Tag im Zivihaus. Ich zog mich so zurück, dass mich eines der Kinder fragte, ob ich krank sei. Nun ja, man muss ja nicht unbedingt krank sein, um Ruhe zu brauchen bzw. zu genießen ...


Fun Evening


Paul hat mit den Kindern einen Film angeschaut: Captain Courageous. Der Film handelt von einem reichen, verzogenen Bengel, der bei einer Schifffahrt über Bord geht, und von einem Fischerboot aufgesammelt wird. Das einfache Leben auf dem Fischerboot verändert ihn, so dass er als ganz anderer Junge von Bord geht.

Fr, 04. März 2005

Art Class


Wie schon beim letzten Mal hatte ich auch dieses Mal ein etwas flaues Gefühl, wie die Art Class wohl werden würde. Wie damals betete ich auch diesmal, dass der Herr mir gelingen schenken möge, und genau wie beim letzten Mal lief es auch diesmal besser als erwartet. Dank sei Ihm!! Und so war es:


Als Einstieg liefen wir kreuz und quer über den Hof. Nach einem kurzen Scripture Talk über Prediger 9,10 fertigte jeder eine Zeichnung an, bei der eine Linie sich wand und vielfach überschnitt. Dann suchten, fanden und benannten wir Formen, die uns bekannt vorkamen. Anschließend malten wir sie aus.


Nun kam der Teil, der ihnen am meisten Spaß machte, auch wenn ich das nicht unbedingt als Höhepunkt geplant hatte. Auf einem Tisch drapierte ich 14 unterschiedliche Gegenstände, von denen manche leicht, andere etwas schwieriger zu zeichnen waren. Es gab da eine Frisbee, eine Streichholzschachtel, einen Sprite- und einen Cola-Kronkorken, einen Bleistift, einen Spitzer, einen Radiergummi, einen Hausschuh, eine leere Cola Flasche, eine verbeulte Thermoskanne, einen Gyro-Twister, eine Schere, einen Pinsel und meine Armbanduhr.



Zunächst nahm ich verdeckt zwei Gegenstände weg, und lies die Schüler sagen, welche fehlten. Im nächsten Stadium bat ich jeweils einen Schüler nach vorn, der verdeckt zwei Gegenstände entfernte; die restlichen Schüler sollten nun die beiden fehlenden Gegenstände zeichnen. Das wiederholte ich einige Male. Schließlich nahm ich alle Gegenstände weg, und forderte sie auf, nun auch die noch fehldenden Gegenstände zu ergänzen.


Die Kinder gaben sich richtig Mühe, und es machte ihnen auch sichtlich Spaß. Endlich mal was Richtiges zeichnen, und nicht immer nur Linien, Formen und Muster!!



Am Abend machte JJ devotion mit den kleinen und den großen Jungs zusammen, weil Hermann immer noch nicht aus Kombo zurück war; der kam um erst um 20:30.

Do, 03. März 2005

Da Nano am späten Nachmittag des Vortages zurück gekommen war, waren wir heute wenigstens wieder zu viert.


Filmabend


Die Computer Class für die Jungs fiel heute abend aus, weil Paul sich nicht fit genug fühlte. Die kleinen boys standen ebenfalls ohne devotion da, weil Hermann noch immer in Kombo war. Judy wollte mit den Mädels sowieso einen Film anschauen, und so schauten die boys eben kurzerhand mit; der Film handelte von John Wycliffe, einem englischen Bibelübersetzer und Zeitgenosse sowie Vorreiter Martin Luthers.

Mi, 02. März 2005

In aller Frühe - um 6 Uhr, um genau zu sein - brach Hermann mit Sabadou nach Kombo auf. Hermann will dort seine work permit (Arbeitserlaubnis) abholen, und Sabadou hofft, ein Visum für ihre Amerika-Reise im Juli zu bekommen.


Da Nano noch nicht vom Zahnarzt zurück war, den er übers Wochenende in Kombo aufsuchen wollte, waren wir Lehrer heute nur zu dritt.


In der Nachmittagsandacht wäre heute Sabadou dran gewesen. Weil sie nicht da war, war ich schon wieder an der Reihe, was ich aber nicht realisiert hatte, so dass an diesem Nachmittag jeder etwas beitragen durfte.



Weidmannsheil


Am Abend gingen die drei Weidmänner JJ, Paul und Samuel Manneh wieder jagen - mit dem gleichen Erfolg wie die letzten Male. Langsam erinnern sie mich an "Dinner For One": the same procedure as every year / night.



Aber immerhin lernen sie stetig dazu. Das erste Mal haben sie noch alles "falsch" gemacht. Beim zweiten Mal haben sie immerhin schon eine Wildschwein-Tränke ausfindig gemacht, und Samuel mit dem Gewehr dort warten lassen. Leider war der Lauf nicht ganz geschlossen, so dass es lediglich laut klickte, als Samuel versuchte abzudrücken. Alle Wildschweine machten sich daraufhin natürlich auf und davon. Dass das am Lauf gelegen hatte, wusste Samuel aber nicht; um zu "beweisen", dass etwas mit der Patrone nicht stimmte, öffnete er das Gewehr zunächst, zeigte die Patrone, schloss es wieder - diesmal richtig - und drückte ab.


Buuuummmm!!!!


Zum Glück hatte er auf niemanden gezielt ...!! Gut, diese Lektion hatten sie gelernt. Das Nächste war, dass die Kugeln in den bullets viel zu klein waren, um damit ein Wildschwein zu schießen. Oder, wie JJ es ausdrückte: "Einen Affen kannst du damit schießen, aber so ein fettes Wildschwein lacht da nur!" Also haben sie vor dem nächsten Jagdzug die kleinen Kugeln eingeschmolzen, und größere draus gemacht. Das ist jedoch mühevoll, so dass sie es sich nun zweimal überlegen, bevor sie eine Patrone abfeuern.


Außerdem haben sie noch gelernt, dass es ungünstig ist, wenn man mit dem Wind kommt, und dass man besser eine Taschenlampe mitnehmen sollte. Denn wenn man nicht gerade bei Vollmond jagen geht, hört man die Viecher wohl rund um einen her schmatzen, aber man sieht nicht, wohin man schießen soll.

Samstag, 1. März 2008

Di, 01. März 2005

Hoher Besuch


Bei der Mitarbeiterandacht gab Hermann bekannt, dass heute Nachmittag der Chief Commissioner (CC) das Camp besuchen würde, aller Vorraussicht nach so gegen 18:00. Der Präsident will nämlich dieses Jahr wieder in diese Gegend kommen, und er überlegt sich , ob er auch im Camp vorbeischauen will. Also haben wir geschaut, dass wenigstens einigermaßen Ordnung geherrscht hat.



Der CC kam etwas früher als erwartet, und Hermann zeigte ihm zunächst die wichtigesten Teile des Camps, wie z.B. die Workshops, den Wassertank und die Schule. Da wir offiziell ja nicht zum Missionieren im Land sind, sondern wegen unseres Landwirtschaftsprojekts, ging es anschließend natürlich in den Garten. Begleitet wurde der CC von etlichen Dorfchefs aus der Gegend, die munter ihre Meinung kund taten, was man mit dem Garten alles machen könnte. Hermann dämmte ihren Redefluss nicht ein - da musste er selbst schon nicht so viel sagen. Nach einem großen Palaver im Garten verabschiedete sich der CC wieder.



Ob und wann der Präsident nun wirklich kommt, ist weiterhin offen. Hermann hofft, dass er sich nicht herbemüht, weil das für ihn (Hermann) natürlich einen großen Trubel bedeuten würde. Andererseits, wer empfängt nicht gern einen Präsidenten? Für die Kids und die Leute aus dem Dorf wäre es auf jeden Fall das Highlight des Jahres! Warten wir's ab ...