Freitag, 7. Dezember 2007

Di, 07. Dez. 2004

Eine devotion kommt selten allein


In der Morning Devotion sprach ich zu den Kids über Römer 6, 15-23. Danach wurden die alten Zivis verabschiedet, was den Schulbeginn ein wenig verzögerte, denn solch ein Abschied Nehmen ist nicht leicht. Wie viele Hände wollen geschüttelt, wie vielen muss noch Lebwohl gesagt werden. Ein paar der Mädels hatten sogar Tränen in den Augen, als der Mitsubishi mit den Zivis das Camp verlies.



In der Mitarbeiter Andacht waren wir inzwischen bei 2. Chronik 29 angelangt. Daran anschließend erfuhr ich, dass in den nächsten Jahren vielleicht "richtige ACE Students" aus den USA hierher aufs Camp kommen, und wie Zivis mithelfen wollen. Das wird bestimmt interessant.


Das teachers meeting, das diese Woche einen Tag später statt fand, brachte einige Neuerungen mit sich.


1. Der Nachmittagsunterricht wurde mit sofortiger Wirkung abgeschafft.


2. Mir wurde die Aufgabe übertragen, einen Pausenplan zu erstellen. Jeder von uns fünf Lehrern sollte an einem anderen Tag für die Gestaltung der Pausen verantwortlich sein. Zu berücksichtigen gab es lediglich Judys Off-Day am Montag und Sabadous Off-Day am Freitag.


3. Nach den Ferien werden die bisher 3 Learning Centers zu 2 Learning Centers zusammengefasst. Sabadou und Paul werden im neuen Lower Learning Center für die elf jüngsten Schüler verantwortlich sein. Judy, ich und Nano werden im neuen Upper Learning Center für die restlichen 13 älteren Schüler verantwortlich zeichnen. Zu beachten ist, dass in beiden Learning Centers die Schüler nicht nach Klassenstufen, sondern nach Alter zusammengefasst werden, um zu vermeiden dass ältere Schüler, die noch nicht so weit sind, mit bedeutend jüngeren Schülern in eine Klasse kommen. Das will man ihnen ersparen.


4. Die Project Class wird nicht abgeschafft, aber schwer zu realisierende Projekte dürfen ausgelassen werden. Schön. Außerdem wurde engere Zusammenarbeit zwischen den Learning Centers angeregt (Klingt ja schon fast wie in der Politik).


5. Art Class / Music Class: Paul und Nano sind nun für die Music Class zuständig, und Judy und ich für die Art Class. Außerdem wurde vereinbart, dass sie immer zu zweit gehalten werden solle, aber man sich wöchentlich mit der Leitung abwechseln werde.


6. Recorder Class: jeden Mittwoch nachmittag von Judy durchzuführen.


7. Sing Team: bis auf weiteres mein Ressort. Abstimmung mit Betty erforderlich. Hauptaufgabe ist die Vorbereitung einiger englischer und Mandinka-Lieder für den Gottesdienst.


8. Zusätzlich zu den vierteljährlichen Berichten haben wir noch ein extra Weihnachtszeugnis eingeführt, das etwas einfacher gehalten ist, und leichter verständlich sein soll, da die allermeisten Eltern unserer Schüler weder über eine größere Schulbildung noch über das nötige Hintergrundwissen verfügen, um die Standard Progress Reports zu verstehen.


Das wars auch schon ;-) Bleibt nur noch die Abenddevotion zu erwähnen: in der Computer Class war Richter 7 dran. Aller guten Dinge sind schließlich drei.

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Mo, 06. Dez. 2004

Diesen Montag war ich wieder mit dem wöchentlichen Charakter Trait an der Reihe: Sincere (lauter, aufrichtig).



Für die alten Zivis war heute ein "freier Tag", das heißt dass sie außer einem längeren Gespräch mit Hermann und Packen nichts zu tun hatten. Vormittags schauten sie denn auch bei uns in der Schule vorbei, und wir machten ein paar Abschiedsfotos mit allen Schülern.



Nachmittags führten die students für die alten Zivis das Christmas Play auf englisch auf. Abends wurden sie am Lagerfeuer offiziell verabschiedet; die Girls sangen ihnen 4 oder 5 Abschiedsliedchen, die sie selbst getextet und mit bekannten Melodien unterlegt hatten. Das war echt super. Hermann sprach dann noch über die Zukunft, und dass wir uns nicht zu sorgen brauchen, was sie birgt. Anschließend hockten wir noch lange zusammen, plauderten, sangen ein paar Lieder, und liesen so den letzten Abend mit den alten Zivis ausklingen.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

So, 05. Dez. 2004

Matze sprach in seiner Predigt am Beispiel Elias über das immer wieder auftretende Phänomen des Burn Out, des Mit-der-Kraft-am-Ende-Seins, und darüber, wie uns Gott neue Kraft und Stärke geben kann. Nachzulesen in 1. Könige 19, 1-18. Heute waren auch drei Muslime im Gottesdienst: Sierka (unser Gartenboss), Amadou (ein Freund von Sierka) und Modou.


Vor allem die ersten beiden haben schon viel von Jesus gehört, haben aber noch keine Entscheidung getroffen. Sie sind keine "guten Muslime"; das zeigt sich z.B. darin, dass Sierka während des Fastenmonats trotzdem tagsüber ißt, und Amadou heimlich zu ihm kommt, um mitzuessen. Irgendwie scheinen sie ein wenig zwischen den Stühlen zu sitzen; wir beten, dass dem bald nicht mehr so ist.


Nach dem Mittagessen machten Sonja, Debbie, Matze, Henry und ich mit den Boys einen Ausflug zum Gambia-River. Eine Strecke ist etwa eine Dreiviertelstunde zu Fuß, mitten durch die gambianische Savanne. Die Flussstelle ist an dieser Stelle zu dieser Jahreszeit vergleichsweiße schmal und flach: höchstens 10 Meter breit, und an der tiefsten Stelle so tief, dass ich stehend gerade noch meinen Kopf über Wasser halten kann. Außerdem ist das Wasser weder Grün noch Blau schimmernd, sondern von ziemlich brauner Farbe; der Fluss enthält viel Schlamm und Dreckpartikel. Die Flusssohle besteht nicht aus Sand oder Steinen verschiedener Größe, sondern aus einem faltig-glatten Gebilde gepressten Schlammes. Der ist so glatt und uneben, dass sich Gehen trotz flachem Wasser relativ schwierig gestaltet.


Um halb Vier waren wir wieder zurück. Eine Stunde später spielten wir Zivis gegen die Big Boys einen Abschiedskick für die alten Zivis.


Beim Abendessen würdigten Daniel und Didi Sonjas Schwarzbrot vom Vorabend. Auf Danis Frage, was denn das sei, meinte Didi: "'N Stein." Als Sonja aufmerkte, setzte er schnell hinzu: "Ofenbrot". So war eine neue Zivi-Vokabel entstanden: Steinofenbrot - die euphemisierende Bezeichnung für ein nicht mehr ganz frisches Grundnahrungsmittel.



Abends liesen Daniel, JJ, und ich uns eine Glatze schneiden. Paul wollte nicht mitmachen; er hing zu sehr an seiner Haarpracht. Immerhin lies er sie sich stutzen.

Dienstag, 4. Dezember 2007

Sa, 04. Dez. 2004

Mein 20. Geburtstag


Auch wenn er nicht in gewohnter Umgebung gefeiert wurde, so war mein 20. Geburtstag doch ein schöner Geburtstag. Da er auf einen Samstag, meinen wöchentlichen Off-Day, fiel, war es nicht so stressig wie unter der Woche. Morgens riefen meine Eltern an um mir zu gratulieren, nachmittags meldete sich sogar meine Oma. Ein echtes Novum: Großmutter telefoniert nach Afrika!


Die Rückkehr der Klaasens


Diesen Abend war Daniel mit dem Fun Evening an der Reihe; er wollte einen Film zeigen, und wir waren nachmittags gerade dabei, den Computer mit dem Fernsehschirm zu verbinden, als vor der Schule der Lärmpegel auf einmal stark anstieg. Wir gingen nach draußen und sahen alle Kinder in Richtung des Tores laufen. Hermann war zurück!



Es war etwa 17 Uhr als sie auf das Camp fuhren; Hermann und seine Familie im Mitsubishi, und Didi, der sie vom Flughafen abgeholt hatte, dahinter im Toyota. Nach der Begrüßungszeremonie saßen wir bei Kaffee und Kuchen zusammen. Zwei der Big boys hatten mir zu meinem Geburtstag zwei Kuchen gebacken, die richtig gut schmeckten. Einen aßen wir Mitarbeiter, den anderen bekamen die Kids.


Abends dann zeigte Daniel den Film von Willi M. Der hatte in seiner Zivizeit hier viel gefilmt, diese Aufnahmen nun zuhause zusammen geschnitten und Daniel auf einer CD mitgegeben. Rausgekommen sind 90 Minuten interessante Einblicke in alle möglichen Bereiche des Camp-Lebens und des Lifestyles in Afrika.

Montag, 3. Dezember 2007

Fr, 03. Dez. 2004


Über diesen Tag weiß ich nicht viel mehr zu berichten, als dass ich mit der Art Class dran war, und dass es der Tag war, an dem JJ Fieber und Durchfall bekam. Beinahe reflexartig wurde er auf Malaria behandelt.

Sonntag, 2. Dezember 2007

Do, 02. Dez. 2004

Als ich nachmittags aus der Schule kam, hatte Dani auf meinem Notebook die Handy-Internetverbindung installiert, sowie den passenden Treiber für meine Soundkarte runtergeladen und installiert. Daraufhin wurde zwar durch einen "schweren Ausnahmefehler" ein Bootproblem verursacht, das jedoch innerhalb kurzer Zeit behoben werden konnte. Nun hatte ich ein voll einsatzfähiges Notebook!



Heute war Henrys letzte Chorstunde. Nach dem üblichen Singteil gab Henry eine Runde Cokes aus, und wir spielten "Reise nach Jerusalem".


Als ich wieder zurück kam ins Zivihaus hatte Daniel Age of Empires II installiert, und wir weihten das neue Netzwerk durch eine kurze Zockpartie ein. Paul erstellte während dessen verschiedene Schaubilder über den Fortschritt der students im Lower, Middle und Upper Learning Center.

Samstag, 1. Dezember 2007

Mi, 01. Dez. 2004

In letzter Zeit habe ich es mir angewöhnt, nicht mehr um 6:30 Uhr zum Frühstück zu kommen, sondern das Läuten der Glocke zur Devotion um Sieben gleichsam als Signal zum Aufstehen zu nutzen, und anschließend zu frühstücken. Das geht, weil das Frühstück bis Schulbeginn nicht abgeräumt wird.


Heute war ich jedoch sowieso schon auf, und so ging ich zur Abwechslung mal wieder pünktlich zum Frühstück. Und aus dem gleichen Grund besuchte ich heute auch die Morning Devotion. Obwohl ich Socken, ein lange Hose und einen Sweater an hatte, fror ich nach kurzer Zeit. Den Kids ging es nicht besser. Egal wie wenig oder viel sie anhatten, alle schienen gleichermaßen zu frieren. Nach der Andacht redete ich mit Judy darüber, und sie war einverstanden, die Morgenandachten nach drinnen zu verlegen. 20 bis 25 Grad sind zwar nicht kalt - zumindest nicht in deutschen Breitengraden. Doch hier in Afrika kommt einem das vor wie eine Temperatur kurz vor dem Gefrierpunkt; denn tagsüber wird es selbst jetzt in der kühlen Regenzeit noch gut 35 Grad Celsius warm.


Heute erledigte ich direkt nach der Schule meine nachmittägliche Supervisor-Arbeit, denn nach dem Mittagessen wollten wir Zivis nach Tentaba aufbrechen. Gegen halb Drei brachen wir auf. Nach 50-minütiger Fahrt trafen wir im Touristendorf von Tentaba ein. Dem dortigen Chef haben wir vor einiger Zeit mal unsere Pumpe geliehen, und so können wir von Zeit zu Zeit vorbei kommen, und einige Zeit am und im Pool verbringen.



Die Welt ist doch klein. Nach einiger Zeit kamen zwei Berliner zu uns an den Pool, und wir unterhielten uns mit ihnen. Die beiden Abenteurer im besten Mannesalter waren mit ihrem Auto, einem extra ausgerüsteten Ford Transit, von Berlin bis hierher nach Gambia gefahren. Sie hatten dabei im Wesentlichen die Route von Nord nach Süd befahren, die die alten Zivis nun in umgekehrter Richtung zu bereisen gedachten. Sie berichteten, dass man auf so einem Trip sowohl Zeit als auch Geld nicht zu knapp bemessen sollte, und rieten uns, vor allem in öderen Gegenden nicht zu Hilfsbereit zu sein, da man sonst nur allzu schnell selbst der Dumme ist. Sie meinten, dass die Strecke zwar nicht ohne sei, aber "am Ende komm'se alle an.".


Was "Weihnachten zu Hause" betraf, so wollten sie den Zivis nicht zu viele Hoffnungen machen. Mit einem eigenen Auto hatten sie schon 16 Tage von Berlin bis hier nach Gambia gebraucht. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dürfe es wohl kaum schneller gehen, dafür wird es wohl nicht ganz so teuer werden.


Zurück im Camp kam beim Abendessen richtig weihnachtliches Feeling auf. Sonja hatte nämlich eine Lichterkette mit bunten Lichtern kreuz und quer durchs Main House gespannt, und diese anstelle des normalen Lichts angemacht. Ist zwar nicht ganz so hell, aber dafür stimmungsvoller.