Mittwoch, 7. November 2007

So, 07. Nov. 2004

Lamin Manneh predigte über die Wiederkehr Jesu. Anschließend entliesen wir die Kinder und hielten im Mitarbeiterkreis das Abendmahl.



Nachmittags wurde ordentlich relaxt, und am Abend gab es für die Einen eine Uno-Runde und für die daran weniger Interessierten einen Film.

Dienstag, 6. November 2007

Sa, 06. Nov. 2004

Wieder waren zwei Wochen vergangen, so dass ich heute wieder mal nach Soma fuhr. Begleitet wurde ich von Nano und zwei der Mädchen, die in Soma Einkäufe tätigen sollten, während ich an meinem Off-Day Zeit hatte, ins Tele-Center zu gehen. Außerdem mussten wir noch drei Frauen aus Massembe im Krankenhaus in Soma abliefern. Da wir darüber hinaus noch ein paar andere Leute mitnehmen mussten, war der Toyota auf der Hinfahrt rappelvoll.



In Soma angekommen, lieferte ich erst einmal die Frauen im Krankenhaus ab. Dann stellte ich den Toyota bei der Tankstelle ab, und machte mich auf den Weg zum Tele-Center am Ortseingang, um die Website wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Anders als die letzten Male war der Akku dieses Mal voll, so dass ich knapp gut anderthalb Stunden online verbringen konnte.


Als ich zum Toyota zurück kehrte, warteten Nano und die Mädels schon auf mich. Die Mädels meinten, sie seien müde und wollten wieder zurück ins Camp. Das war mir recht, und ich fragte, ob sie denn alles bekommen hätten, was sie einkaufen wollten. Sie verneinten, denn das Geld habe nicht ganz gereicht. Zum Glück hatte ich für solche Fälle eine Reserve von 500 Dalasis in der Westentasche, so dass wir die noch anstehenden Ausgaben für Brot, Fleisch, Kartoffeln und einige Kleinigkeiten doch noch bestreiten konnten, und nicht lediglich mit der Hälfte der Einkäufe den Rückweg antreten mussten.



Kurz nach Eins trafen wir wieder in Massembe ein. Das Mittagessen war gerade vorüber, und einige der Kids hatten für uns mitgegessen, so dass nichts mehr übrig war. Da haben wir uns eben ein paar der eben erstandenen 40 Brote belegt.


Nachmittags gönnte ich meinem Körper erst einmal Erholung von der langen, anstrengenden Woche. Denn am Vorabend war ich erst kurz vor Mitternacht ins Bett gekommen, und am Morgen schon wieder um Sechs aufgestanden, um die letzten Vorbereitungen für den Soma-Trip zu treffen.


Matze hatte sich derweil auf den Weg nach Sibanor gemacht. Dort wird er für eine Woche (mit Perspektive auf sein Medizinstudium) weitere praktische Erfahrung in der Klinik von WEC sammeln.


Am späten Abend kamen Andi und Didi aus Kombo zurück.

Montag, 5. November 2007

Fr, 05. Nov. 2004

Nach dem Mittagessen lag die achte Schulwoche hinter uns. Alle vier Wochen ist Merits Day, der von den Schülern immer freudig erwartet wird. Der erste Merits Day nach vier Wochen war jedoch auf Grund eines Zwischenfalls ausgefallen, so dass heute der erste Merits Day des neuen Schuljahrs anstand. Judy war jedoch so gnädig, die "alten" Merits nicht verfallen zu lassen, sondern zu übernehmen.



Merits stellen ein Zuckerbrot in dem Anreiz- und Sanktionssystem von A.C.E. dar. Wenn ein student sich vorbildlich verhält, seine selbst gesteckten Ziele erreicht, gut mit den ihm / ihr anvertrauten Materialien umgeht oder etwa den monatlichen Bibelvers memoriert, kann er / sie sich Merits verdienen.


Die Höhe der Merits ist nach verschiedenen Kriterien gestaffelt, die es einem Schüler bei entsprechendem Verhalten ermöglichen, um die 1.000 Merits in vier Wochen zu sammeln. Unsere fleisigste Schülerin hatte es in den acht Wochen auf immerhin mehr als 1.800 Merits gebracht. Der Durchschnitt lag jedoch weit tiefer bei schätzungsweise 550 Merits.



Diese Merits stellen eine Art Giralgeld dar, das bis zum Zahltag auf dem Konto eines jeden Schülers gebunkert wird. Bis zum Zahltag ist jedoch nur Einzahlung möglich, d.h. die Schüler haben die Gelegenheit, sich Merits zu verdienen, aber keine Möglichkeit die gesammelten Merits auszugeben. Erst am Zahltag, dem Merits Day, ist es soweit: jede Schülerin und jeder Schüler bekommt Papiergeld in der Höhe der auf dem Konto befindlichen Merits.



Mit diesem Geld können sie nun im Merits Store einkaufen gehen. Die Auswahl reicht von diversen Süßigkeiten über verschiedene Toilettenartikel und mehr oder weniger nützlichen Krimskrams bis hin zu Kleidungsstücken. Sogar ein alter Fotoapparat wechselte an diesem Tag für stolze 400 Merits den Besitzer.


Auch wenn wir die Schüler nur in kleinen Gruppen in den Merits Store lassen, um nicht die Übersicht zu verlieren, herrscht dennoch die meiste Zeit ein lautes Durcheinander. Die kleinen Schüler, erst mit dem Zahlenraum von 1 bis 20 vertraut, oft aber mit mehreren hundert Merits versehen, wollen natürlich alle wissen, wieviel das und jenes kostet, und wieviel noch übrig bleibt, wenn sie es sich kaufen. Aber auch so haben wir alle Hände voll zu tun. Hier eine Frage beantworten, da Geldwechseln, dort einen fachmännischen Rat abgeben, und immer damit beschäftigt, die übrigen Kinder, die schon an der Reihe waren, oder noch nicht dran sind, aus dem Merits Store draußen zu halten, damit das Tohuwabohu nicht noch größer wird.



Neben dem ganzen Stress ist es aber auch schön, den Kids beim einkaufen zuzuschauen. Da bekommt man die unterschiedlichsten Einblicke. So kaufte beispielsweise die Schülerin mit den meisten merits einem anderen Schüler mit nicht halb so vielen Merits einen Gürtel, der 400 Merits wert war. Ohne ein Wort des Dankes drehte er sich um, und zog mit dem Gürtel ab. Ein paar andere Schülerinnen legten zusammen und kauften von einem Teil ihrer Merits einen Pulli für Nano. Auch wir anderen Lehrer bekamen das ein oder andere Bonbon ab.

Sonntag, 4. November 2007

Do, 04. Nov. 2004


Was war bloß an diesem Tag? Kann mich nicht mehr erinnern. Muss wohl einer von den ganz "normalen" gewesen sein.

Samstag, 3. November 2007

Mi, 03. Nov. 2004

Der Tag des Abschieds rückt immer näher. Andi und Didi machten sich heute nach Kombo auf, um einige wichtige Vorbereitungen für die Heimreise zu treffen. Matze war krank und da Jama für ein paar Tage weg war, hielt Judy die morgendliche Andacht mit den Washing Ladies.


So kam es, dass an diesem Tag ich zum ersten Mal die Leitung für die gesamte Schule übertragen bekam. Ich war für die Leitung der Opening Exercises verantwortlich, sowie für die Durchführung der morgendlichen Pledges (Treueversprechen) auf die gambianische Flagge, die christliche Flagge und auf die Bibel. Nachdem ich die Schüler an die Arbeit geschickt hatte, beförderte ich Nano zum Supervisor / Monitor im Upper Learning Center, da dieses durch den Ausfall von Judy, Andi und Matze gänzlich ohne teacher dastand. Judy kam jedoch bald darauf in die Schule, so dass wir nun mit 5 Lehrern den Betrieb fortsetzen konnten.



Mir fiel auf, dass wir an diesem Tag zum ersten Mal in der Form zusammen arbeiteten, wie wir es auch tun würden, wenn die alten Zivis gegangen sein würden. Sabadou (Supervisor) und Paul (Monitor) kümmern sich um das Lower Learning Center. Die Schüler dort sind momentan an der Schwelle von Level 1 zu 2 bzw. von Level 2 zu 3. Judy und ich sind als Supervisor für das Upper bzw. Middle Learning Center verantwortlich. Nano arbeitet als Monitor in beiden Learning Centers. Wenn bei uns viel los ist, kommt auch mal Paul vorbei, um in unseren Learning Centers auszuhelfen.

Freitag, 2. November 2007

Di, 02. Nov. 2004


Mr Manneh war wieder gesund, und auch meine beiden Schüler, die am Vortag gefehlt hatten, kamen wieder zur Schule. Für Mr Manneh wurde nun allerdings Matze krank. Nachmittags fand die erste Probe des Christmas Play unter der Leitung von Judy statt.

Donnerstag, 1. November 2007

Mo, 01. Nov. 2004

Er war gerade volljährig, als er seinen Zivildienst hier begann, und als Twen wird er nach Deutschland zurück kehren. Die Rede ist von Matthias Volke, dem kleinsten (nicht dem Jüngsten!) der acht Zivis. Er war die letzten knapp anderthalb Jahre unser Camp-Doc und ist nun dabei, diesen Posten an JJ zu übergeben. Wenn er zurück ist, will er Medizin studieren. Das ist ihm hier klar geworden. Wir witzeln manchmal, wenn er bei seiner Uni-Bewerbung erwähne, dass er hier schon mehr als ein Jahr praktische medizinische Erfahrung gesammelt habe, dann könne er bestimmt mindestens im vierten, wenn nicht sogar fünften Semester einsteigen. Als echter Sachse ist sein "Lebensmotto", wie könnte es auch anders sein: "Power to the people" - alle Macht dem Volke!" ;-)



Die Geburtstagsfeierlichkeiten gestalteten sich wie folgt: JJ, der diese Woche mit dem Frühstück dran war, spendierte Matze eine Coke. Bei den opening exercises zu Schulbeginn sangen wir Matze den happy birthday song. Abends gab es noch ein geburtstägliches Pizzaessen sowie einen gebackenen und mit kerzen versehenen Schriftzug "Matze 20".


Ansonsten war heute noch folgendes los. JJ, Henry und David Mendy fuhren nach Farafenni zum einkaufen. Zu Mittag aßen sie bei Verwandten von David. Henry und JJ wollten für uns Zivis noch einige Hühner kaufen; sie kamen enttäscht aus Farafenni zurück. Der Markt der Stadt sowie die Stadt selbst waren gar nicht so groß wie erwartet, und Hühner gab es auch keine mehr. So müssen wir wohl warten, bis der Ramadan vorüber ist, und sich die Hühnerbestände wieder etwas vom Fastenmonat erholt haben (ist das nicht paradox?!).


Nano kam heute nicht zur Schule. Er hatte Malaria. Da auch zwei meiner Schüler fehlten, fiel der Ausfall meines monitors nicht ganz so ins Gewicht. Abends ging es ihm aber schon wieder besser.