Freitag, 7. September 2007

Di, 07. Sept. 2004

Morgen sollte Jakob Janzen - in unserem Kreis längst Jay Jay (J.J.) genannt - ankommen, und uns wurde die Aufgabe zuteil ihn abzuholen. Deswegen haben wir uns schon früh am Morgen mit dem Public Transport auf den Weg nach Somita gemacht.


Der Public Transport wird in der Landessprache "Gele Gele" genannt. Dieser Begriff wird auch für die Transportmittel verwendet. Diese sind meist alte, ach was sag ich, uralte Sprinter der Marke mit dem Stern. Mit einem solchen Vehikel kann man 25 Passagiere befördern, wobei man sich dann vorkommt wie in der berühmten Konservendose. Bezahlt wird nach etwa zwei Drittel der Fahrt. Es ist nützlich den Fahrtpreis vorher in Erfahrung zu bringen; darüber hinaus sind die Lauscher aufzusperren, wieviel die schwarzen Fahrgäste bezahlen. Sonst kann es vorkommen, dass man als Tubab einen Sonderpreis bekommt.



Die Fahrt an sich verlief ziemlich reibungslos. Mit zweimal Umsteigen kamen wir gegen Mittag in Somita an. Den Nachmittag verbrachten Paul und ich mit Lernen. Am späten Nachmittag gingen wir dann ein Fußballspiel anschauen, dass von zwei örtlichen Jugendmannschaften ausgetragen wurde.


Am Nachmittag war Lamin Ba mit seiner Familie im Toyota angekommen. Zum teachers' training war er mit ihnen bei uns im Camp in Massembe gewesen. Mit dem Toyota wollten wir am folgenden Tag weiter fahren.

Donnerstag, 6. September 2007

Mo, 06. Sept. 2004

Ein weiterer Tag in der Schule, der mit Durcharbeiten vom "Procedures Manual" verbracht werden sollte. Der Tag versprach richtig langweilig zu werden.


Wir kamen gerade aus der Schule und waren auf dem Weg zum Mittagessen, als Didi fragte, wer Lust habe, nach Soma zu fahren; im Nachbardorf sei eine schwangere Frau, bei der die Geburt des Kindes unmittelbar bevorstünde. Kurz entschlossen meldeten Daniel und ich uns. In größter Eile machten wir uns fahrbereit - Daniel fand allerdings noch die Muße, fünf leere Coke-Kästen zum Auto zu schleppen. Wenn man schon mal in Soma ist ...


10 Minuten später hatten wir die Frau mit zwei Begleiterinnen und einem Dolmetscher an Bord und ab ging die Post. Daniel am Steuer wusste nicht so recht, was er tun sollte: langsam fahren und möglichst allen Schlaglöchern ausweichen, um eine möglichst komfortable Fahrt zu gewährleisten? Einige Dutzend Schlaglöcher später, die auf der Strecke nach Soma sich Loch an Loch aneinander reihen, und angesichts der Tatsache, dass die Frau sowieso fast ohne Unterlass stöhnte, entschied er sich, lieber ein wenig schneller zu fahren; schließlich wollten weder wir noch die Frau, dass das Kind im Auto zur Welt kommt.



Beim Krankenhaus in Soma angekommen fuhren wir die Frau bis fast ans Krankenbett. Ein paar Schwarze haben ein wenig dumm geschaut, wie wir mit dem Toyota auf dem Fußweg daher gekommen sind. Naja, der Zweck heiligt eben manchmal doch die Mittel ;-)


Der Rest des Tages verlief ähnlich wie die Arbeitstage der letzten Woche. Einen Unterschied gab es allerdings: Andi arbeitete ebenfalls am Procedures Manual. Da es nur eine gedruckte Ausgabe gab, musste ich mit der CD-Version im PDF-Format Vorlieb nehmen. Die Gelegenheit zum Musikhören hab ich mir natürlich nicht entgehen lassen, und während die anderen alle ganz konzentriert über ihre Heftchen gebeugt da saßen, hab ich es mir - voll verkabelt - ordentlich bequem gemacht.

Mittwoch, 5. September 2007

So, 05. Sept. 2004

Der heutige Gottesdienst fiel mit anderthalb bis 2 Stunden ziemlich kurz aus. Lamin Ba hatte den Predigtdienst und er sprach über unsere Gottesbeziehung im Alltag.


Daniel Alber hatte einige Tage zuvor angekündigt, er wolle uns einige Hühner spendieren, so dass wir mal so richtig gediegen Chicken essen könnten. Von den Dorfbewohnern von Massembe erstanden wir an diesem Nachmittag einige Hühner. Am Nachmittag wurden sie von uns geschlachtet. Abends um Zehn fand im Zivi-Backyard ein nächtlicher Hühnerschmaus statt, bei dem 5 ganze Chickens vertilgt wurden.


Dienstag, 4. September 2007

Sa, 04. Sept. 2004

Eigentlich wollte ich gestern schon mit dem PACE "Reading Systems" abschließen. Das Heftchen und die Fragen stimmten jedoch nicht immer überein, weshalb ich einen ganzen (Sams-)Tag länger brauchte als geplant. Am Abend hatte ich jedoch auch dieses Heftchen durchgearbeitet. Der Test sollte am Montag statt finden. Nach dieser anstrengenden Arbeitswoche, in der wir oft länger als die praktischen Arbeiter gearbeitet hatten, freuten wir uns richtig auf den kommenden Ruhetag.


Montag, 3. September 2007

Fr, 03. Sept. 2004


Heute war ein ganz normaler Schultag, an dem außer Tests schreiben und PACES durcharbeiten nicht viel los war. Wenigstens wird man durch diese Arbeit ein wenig gefordert und kann die grauen Zellen ein wenig trainieren.

Sonntag, 2. September 2007

Do, 02. Sept. 2004

Diesen Morgen war ich mit der Andacht dran. In der Andacht wird die Bibel einmal von vorn bis hinten durchgelesen; wir sind momentan bei 2. Könige 12 angelangt.


Begonnen hat dieser Tag so wie der Vorherige mit zwei Tests. Meine beiden Test waren über die Themen DISCIPLINE und "Secret of Leadership" (beide 100 Prozent). Danach widmete ich mich dem Heftchen "Parents", in dem es um den richtigen Umgang mit den Eltern der Schüler geht. Dieses hatte ich bis zur Mittagspause erledigt.


Gut, dachte ich, hast vier Stunden für ein Heftchen gebraucht, ein zweites schaffst du noch am Nachmittag. Daran denkend, dass ich am Vortag eine Dreiviertelstunde überzogen hatte, fing ich dieses Mal eine halbe Stunde eher an, in der Hoffnung pünktlich fertig zu werden. Oh weise Voraussicht! Dank dieser Maßnahme beendete ich das Heftchen lediglich mit einer Stunde Verspätung ;-)



Kurz nach 15:00 Uhr hatte sich Daniela verabschiedet. Sie war für sieben Wochen hier gewesen und wurde nun von Judy nach Serekunda gefahren, von wo aus am folgenden Abend um 20:00 Uhr Ortszeit ihr Flieger gehen würde. Zwei Stunden eher würde die Maschine der beiden "neuen" Mädels landen, die uns bis Anfang des kommenden Jahres unterstützen (und bekochen ;-) ) werden. Voraussichtliche Ankunft im Camp ist Samstag Nachmittag.


Schon am Vortag hatte Daniel, der Freund von Didi, stark erhöte Temperatur gehabt. Heute morgen war seine Temperatur nur noch wenig über normal, so dass die Überlegung, in nach Sibanor mitzunehmen, wieder fallen gelassen wurde. Nicht lange nachdem das Auto mit Daniela und Begleitung abgefahren war, stieg seine Temperatur wieder. Abends hatte er 39,5 Grad Fieber und die Jungs behandelten ihn auf Malaria. Wir hoffen, dass er bald wieder auf die Beine kommt, denn momentan sind wir Zivis völlig auf uns allein gestellt. Wir haben kein Auto und müssen sogar selbst kochen, da das komplette Küchenteam mit Daniela weggefahren ist; allerdings nur vorübergehend.

Samstag, 1. September 2007

Mi, 01. Sept. 2004

Zum Einstieg des Tages schrieb ich heute zwei Tests; einen über den ersten WISDOM-Band und einen über den Zweiten. Die Ergebnisse erhielt ich erst am darauf folgenden Tag (96 und 100 Prozent).


Bis zur Mittagspause widmete ich mich dem Band "The Secret of Leadership". Nach der Pause ging es für alle gemeinsam weiter mit einer weiteren Kassettenlektion, diesmal über DISCIPLINE. Da wir darüber am nächsten Tag einen Test zu schreiben beabsichtigten, mussten wir alle noch das Begleitheft durcharbeiten. Um die Nachmittags-Pause (16:00 Uhr) war ich damit weitgehend fertig. Danach kehrte ich wieder zurück zu dem Secret of Leadership. Mit 45 Minuten Verspätung konnte ich auch dieses am selben Abend noch beenden.



Paul muss dieselben Materialien durcharbeiten wie ich; er hat sich aber für eine andere Reihenfolge entschieden: er hat mit dem dicksten Brocken, dem Procedures Manual, angefangen und hebt sich die "Peanuts" für den Schluss auf. Da man aber für die kleinen Heftchen ebenso je einen Test machen muss wie für das dicke, trockene Procedures Manual, habe ich genau anders herum angefangen.


Außer uns beiden nehmen noch Nano Manneh, Sabadou Gomez, Lamin Ba, Andi und Matze am teachers' training teil. Da sie es letztes Jahr schon einmal gemacht haben, müssen Andi und Matze nicht mehr ganz so viel machen wie Paul und ich. Andi macht zusammen mit Sabadou und Mr. Ba einen Diskurs speziell über Erziehung von ganz kleinen Kindern, da Judy zunächst davon ausgegangen war, dass der Kindergarten zustande kommt. Das hat sich zerschlagen. Momentan sind drei Klassen mit zweimal 8 und einmal 9 Schülerinnen und Schülern geplant.