Montag, 31. März 2008

Do, 31. März 2005


Diesen Morgen war ich damit beschäftigt, das neue Seeds of Truth Academy Schild mit seinem Schriftzug zu versehen. Trotz der Schablone waren die Ränder der Buchstaben verlaufen, und mussten mit Blauer Farbe nachgezogen werden. In der Sonne trocknete die Farbe sehr schnell, so dass mit der Fehlerkorrektur sofort begonnen werden konnte.



Zehn oder Zwanzig Minuten nach 16:00. Baba, Sam und ich waren mit dem White Washing der Schule beschäftigt, als Klaasens zurück kehrten. Sie hatten lediglich gesagt, dass sie heute irgendwann zurück kommen wollten, aber nicht, wann. Sam meinte, wenn jetzt noch jemand Siesta mache, dann sei das wie bei der Rückkehr Jesu. Manche würden schlafen, und andere würden arbeiten. Und: es ist wichtig, dass wir nicht schlafen, wenn Jesus wiederkommt. Da hat er Recht ...


Nach der Andacht sind wir zu fünft zum Jagen aufgebrochen. Neben den drei erfahreneren Jägern Samuel, JJ und Paul waren auch Peter und ich mit von der Partie. Obwohl wir nicht weit vom Wasserloch entfernt mit dem Wind im Rücken auf die Wildschweine warteten, gingen wir diese Nacht leer aus. Tja, hatten wir eben kein Schwein gehabt ...!

Sonntag, 30. März 2008

Mi, 30. März 2005

Ganz früh am Morgen, noch bevor es hell wurde, ist Hermann mit seiner Familie nach Somita aufgebrochen. Dort holten sie seine Schwiegereltern ab, die an diesem Tag das Land wieder verlassen und zurück in die Staaten fliegen wollten. Ihr abendlicher Flug war kurzfristig vorverlegt worden, was aber nichts machte, da sie mit genügend Zeitpuffer zum Flughafen gekommen waren.


Hier auf dem Camp ging das (Arbeits-) Leben derweil seinen gewohnten Gang. Die boys waren mit dem White Washing der Schule beschäftigt.



JJ werkelte im Metal Workshop und gab mir Hilfestellung, wenn ich sie benötigte. Ich arbeitete weiter an dem Projekt, das ich am Vortag begonnnen hatte. Am Vormittag wurden die Schilder mit brauner Rostschutzfarbe versehen, und die Buchstabenschablone zum "Bedrucken" der Schilder vorbereitet.


Paul zeigte seinen Gästen unterdessen das ganze Camp und den Garten. Nachmittags fuhren sie zusammen nach Tentaba zum Baden.


Die braune Farbe war in der Siesta getrocknet, so dass ich nachmittags schon die blaue Hintergrundfarbe auftragen konnte.


20 Uhr: da die Andacht heute ausfiel, hatten wir die nötige Muße um uns Ben Hur fertig anzuschauen.

Samstag, 29. März 2008

Di, 29. März 2005

Das war heute unser Basisauftrag. JJ hat an der letzten Scoring Station Rädchen angebracht. Peter und Paul haben sich um die Vorhänge gekümmert, und alles wieder stabil aufgehängt.


Unterdessen hab ich mit der Flex drei Bleche zurecht geschnitten, und anschließend die Kanten geglättet. Daraus will ich ein neues Schild für die Schule machen. Der alte Schriftzug "Seeds of Truth Academy" ist nämlich schon ziemlich verwittert und verfallen. Zwischendurch hab ich die benötigten Buchstaben mit Judys Drucker ausgedruckt. Durch manuellen Einzelpapiereinzug und Wackelkontakt zog sich das voll in die Länge.



Später haben Peter und Paul die Buchstaben ausgeschnitten, aber negativ, das heißt als Schablone.


Nachmittags wurde die Schule vollends fertig aufgeräumt, und ich fegte das Zivihaus.

Freitag, 28. März 2008

Mo, 28. März 2005

Hermanns 38. Geburtstag



Und doch war es ein Arbeitstag wie jeder andere (in den Ferien) auch. Zumindest anfangs. Doch der Reihe nach. Unter Hermanns Leitung gingen wir am Morgen daran, die oberen Hälften der Bäume vor dem Schulgebäude zu fällen. Zuerst stieg Pajong in die Baumwipfel, befestigte dort ein Seil, und kam wieder runter. Dann zogen wir zu dritt an dem Seil, während Hermann mit der Motorsäge den Baum durchsägte. Ein Vierter hielt die Leiter fest, auf der Hermann stand. Das Seil war deswegen notwendig, damit der Baumwipfel nicht auf das Schuldach fiel, sobald er abgesägt war. Es besteht nämlich nur aus dünnem Wellblech, das überhaupt nicht stabil ist.



Bei den ersten paar Bäumen ging alles glatt. Hermann hatte gerade vielleicht den vierten Baumwipfel abgesägt, als dieser hochschnellte, und ihm in der Aufwärtsbewegung das Kinn aufriss. Er lies sich jedoch nicht weiter beirren, und wir köpften uns noch einen weiteren Baum ehe er sich verbinden lies. Die einzige Änderung war, dass das andere Ende des Seils nun am Auto befestigt wurde. Davon versprach er sich wohl mehr Sicherheit. Erst danach ging er zum Main House um sich von seiner Frau verarzten zu lassen.


Als er mit verbundenem Kinn zurück kam, meinte er, er werde sofort nach Sibanor aufbrechen. In einer Viertelstunde wolle er spätestens fahren, denn die Wunde müsse genäht werden. In Windeseile packte Yama ihre Sachen, so dass sie mit Hermann fahren konnte. Sie wollte sowieso in Urlaub fahren, und von Sibanor aus würde sie leichter einen Transport finden.


Bald nachdem Hermann weg war, fuhren Balamoussa und ich nach Soma. Wir mussten Nahrungsmittel einkaufen. Bei dieser Gelegenheit besorgte ich gleich 4 neue Coke Kisten. Außerdem mussten wir zwei Reifen flicken lassen. Denn am Morgen war auch der erst am Vortag aufgezogene Ersatzreifen fast platt. Vor dem Somatrip pumpten wir ihn noch einmal ordentlich voll, damit wir überhaupt hinfahren konnten. In Soma liesen wir erst den Ersten flicken, dann wechselten wir die Reifen vor Ort, und gaben auch den Zweiten in Reparatur.


Als wir zurück zum Camp kamen, war es nach Eins. In der Zwischenzeit war Baba Ceesay angekommen. Er wollte bis Samstag bleiben.



Gegen Fünf machten wir uns ans Wässern. Samuel, Baba, Ousman und ich teilten uns die Arbeit, so dass die Arbeit richtig angenehm war.


Wir waren gerade fertig mit Wässern, als JJ, Paul und dessen Besuch ankamen. Sie hatten ein Gelle Gelle genommen, so dass sie nun statt durchs Tor von hinten durch den Garten marschiert kamen.



Kurz zuvor war Hermann von Sibanor zurück gekehrt. Sein Geburtstag wurde abends mit einem Pizzaessen gefeiert, und die Mädels hatten extra noch ein wenig dekoriert.


Die abendliche Devotion fiel heute mal aus, und so schauten wir gemeinsam die erste Hälfte des Filmes Ben Hur an. Er war zwar auf deutsch, aber ich übersetzte für die boys so gut ich konnte.


Vor dem Zubettgehen wollte ich noch kurz meine Emails checken. Dabei stellte ich einen neuen Negativ-Rekord auf. Es dauerte eine ganze Stunde, bis die Internetverbindung zu Stande kam. Na ja, besser spät als nie ...

Donnerstag, 27. März 2008

So, 27. März 2005

Weil wir so viele Leute auf dem Camp waren, fand der heutige Gottesdienst hier statt, nicht in Kundung. Doch auch von dort kamen Einige, so dass wir heute für die Ferien richtig viele Gottesdienstbesucher waren.


Nach dem Gottesdienst entdeckte Balamoussa einen Platten am linken Vorderrad des Toyotas. Wir wechselten ihn gemeinsam.


Am späten Nachmittag kam Seal, und blieb bis zum Abend. Samuels Bruder Mustafa blieb über Nacht.


Heuer und die letzten Tage haben wir lange Devotions über creation und Jesus' last coming. Damit scheint Hermann sich in letzter Zeit etwas intensiver zu befassen, so dass die Devotions und der Gottesdienst nahtlos in einander übergehen. Auch von der Länge her ähneln die Devotions momentan mehr einer Predigt als einer kurzen Andacht.

Mittwoch, 26. März 2008

Sa, 26. März 2005

Mit Judy und den beiden Mädels trat ich heute bereits die Heimreise an. Die Ladefläche des Toyota war mit Souveniers und Gepäck total vollgepackt. JJ, Paul und sein Besuch wollten noch zwei Tage bleiben, und dann am Montag mit Public Transport nachkommen. Deswegen hatten sie schon mal das ganze überflüssige Gepäck mit uns mitgegeben, und nur noch das Nötigste dabehalten. Oben auf dem Gestell des Toyotas zurrten wir noch vier Matrazen fest. Dann konnte es los gehen. Es war Zehn vor Zwei.



Einer musste immer hinten auf dem Toyota sitzen, und danach schauen, dass nichts von der Ladefläche fiel; das kann bei diesen Schlaglöchern schon mal vorkommen. Ich machte den Anfang. Zehn Minuten vor Somita verloren wir fast eine der Matrazen. In Somita lieferten wir die vier Matrazen ab und hatten einen kleinen Aufenthalt. Dann gings weiter. Wir wechselten uns ab damit hinten auf der Ladefläche zu sitzen.


Unterwegs sahen wir ein ausgewachsenes Buschfeuer. Die Flammen schlugen bis auf die Straße, und der Rauch verdunkelte den Himmel. Wir sahen zu, dass wir zügig daran vorbei fuhren. Die örtliche Feuerwehr saß dabei und sah zu. Sie war machtlos.



Kurz vor Sieben erreichten wir das Camp. Zu meiner Überraschung waren auch drei der ehemaligen "big boys" da, um mitzuhelfen: Balamoussa, Ousman und Pajong.

Dienstag, 25. März 2008

Fr, 25. März 2005

Gegen Zehn Uhr gings mit dem Auto nach Banjul. Ziel: der Banjul Craft Market. Nur JJ blieb bei GPI. Ihm hatte das Einkaufen gestern in Serrekunda bereits gereicht. Schon nach kurzer Zeit hatten wir mehrere schwarze Führer, von denen einige sogar genug deutsch sprachen um sich mit uns auf deutsch verständigen zu können. Zwei Stunden und etliche tausend Dalasi später kehrten wir nach Serrekunda zurück, das Auto vollbeladen mit allem möglichen Zeugs.


Nachmittags wurde Pauls Gästen etwas Besonderes geboten. Es ging zum Krokodil Pool. Dort wurden die Krokodile gestreichelt, obwohl es ein Schild gab, das verbot die Viecher anzufassen. Ein Wärter kam denn auch und meinte, die Tiere seien gefährlich. Hatte Paul wohl Glück gehabt, das die Tierchen gerade nicht hungrig waren ...


Montag, 24. März 2008

Do, 24. März 2005

Judy, Ina und Julia wollten heute zur Sklaveninsel fahren; deswegen war das Auto den Tag über bei ihnen. Paul war mit seinem Besuch unterdessen beim Einkaufen im Serrekunda Craft Market. Sie nutzten den ersten Tag ihres Gambiaaufenthaltes gleich zum ersten Eindecken mit Souveniers. Doch damit nicht genug; für den folgenden Tag hatten wir bereits eine Shopping Tour in Banjul geplant, um alles einzukaufen, was ein richtiger Touri so zu brauchen meint.



Am Nachmittag gings zur Beach. Lediglich ich blieb bei GPI zurück um mich ein wenig auszuruhen, und in aller Ruhe mein Tagebuch schreiben zu können.

Mi, 23. März 2005

Während Paul und JJ nach Banjul gefahren waren um bullets zu kaufen, erledigte ich verschiedene Dinge vor Ort. Zuerst ging ich ins Reisebüro und erkundigte mich nach einer Heimflugmöglichkeit mit Brussels Airlines. Kostenpunkt für eine Person nach München: gut 890 Euro! Keine Standby-Tickets.


Dann ging ich einkaufen. Anschließend ging ich zu Africell um die Handy-Rechnung abzuholen. Da es anscheinend Probleme beim Ausdruck derselben gab, beschloss ich am nächsten Tag nochmal zu kommen.


Als JJ und Paul von Banjul zurück kamen, präsentierten sie stolz ihre neuesten Souveniers. Beide hatten auch einige Röcke für Freundin (JJ) und Schwestern gekauft, die sie alle mal anprobierten.



Am späteren Nachmittag fuhren wir zu MP Trading und ich kaufte einen kleinen 66W-Freezer fürs Zivihaus. Anschließend gingen wir Essen. In einer Imbissbude liesen wir uns total günstige Omelettes schmecken.


Pauls Besuch kommt an


Pauls Bruder, Schwester und deren Freundin sollten heute abend am Flughafen ankommen. Sie hatten gesagt um 10:30 Uhr, aber Paul wusste nicht mehr ob nun deutsche oder gambianische Zeit. Er glaubte sich zu erinnern, dass es deutsche Zeit gewesen sei - aber war die Umstellung zur Sommerzeit schon erfolgt, oder noch nicht? Diese Frage klärten wir im Internet Cafe. Es war noch Winterzeit. Unter der Annahme, dass mit den 10:30 deutsche Zeit gemeint sei, fuhren wir um 9:00 zum Flughafen. Dort stellten wir fest, dass es sich doch um gambianische Zeit handelte; so überbrückten wir die Wartezeit bei einem Fußballspiel der Premier League, das im Flughafenrestaurant lief.



Nach einiger Zeit kam JJ mit drei Deutschen - Vater, Mutter und erwachsener Sohn - ins Gespräch. Die Eltern warteten auf ihren Rückflug nach Deutschland. Sie waren total erstaunt zu hören, dass es die Möglichkeit gibt, den Zivildienst als Anderen Dienst im Ausland abzuleisten.


Der Flug von Pauls Besuch hatte Verspätung - allerdings nur 5 Minuten. Sie kamen gut durch den Zoll, und wir konnten zügig aufbrechen. Trotzdem war es schon so spät, dass das Deutsche Restaurant schon zu hatte. Gingen wir eben in unser Standard Restaurant, direkt gegenüber von WEC.


Samstag, 22. März 2008

Di, 22. März 2005

Urlaubsbeginn ...


5 Tage bis eine Woche wollten wir in Kombo verbringen. Morgen Abend kommt Pauls Besuch am Flughafen an. Bis dahin wollten wir uns schon einquartiert und einige Dinge erledigt haben. Zwischen 10 und 11 Uhr fuhren wir los.


In Kundung Maria nahmen wir Lamin Mannehs Kinder Job, Esther, Kumba und Rebecca mit. Sie hatten erst einen Tag später mit uns gerechnet, weil wir eigentlich geplant hatten erst am Mittwoch zu fahren, und so war Lamin gerade beim Fluss als wir ankamen.



Also ging Job zum Fluss und fragte seinen Vater, wo denn das Geld für den Urlaub sei, und ob es in Ordnung wäre, wenn sie schon früher als geplant aufbrechen würden. Um 11:43 war er zurück, und schon eine Viertelstunde später waren alle abfahrbereit.


Wir lieferten die Kids im St. Josefs Camp in Bwiam ab. Dort werden sie einen Teil ihrer Ferien verbringen. Auf dem selben Compound baut sich Seal, Yamas Verlobter und Cousin der Manneh Geschwister, ein eigenes Haus. Sie sind dort also bestens aufgehoben.


Weiter gings nach Sibanor. Egal Wehwehchen oder nicht, die WEC Klinik ist ein fester Zwischenstop. Man bekommt hier immer ein Glas kühles Wasser, und die WEC Missionare freuen sich über einen kleinen Plausch. An diesem Tag lies ich ein kleines Wehwehchen an einer meiner Fußzehen untersuchen. Bruno, ein Arzt aus der Schweiz, diagnostizierte Fußpilz, und gab mir kostenlos zwei Salben, die ich nacheinander benutzen soll.


Nächster Halt: Somita. Auch das ein fahrplanmäßiger Zwischenstop. JJ hatte verschiedene Sachen von Hermann abzuliefern, und ein Dokument von Tom mitzunehmen. Nach einer für Somita sehr kurzen Pause von vielleicht einer halben Stunde gings auch schon wieder weiter.




... in Serrekunda


Gegen Fünf kamen wir in Serrekunda an. Weil bei WEC alles voll war, hatte Judy uns bei GPI eingebucht. Dort kostete eine Nacht doppelt so viel wie bei WEC, und wir waren die einzigen Gäste. Ob da ein Zusammenhang besteht ...? Wie auch immer, jedenfalls hatte GPI seit unserem letzten Besuch Anfang August letzten Jahres ein wenig renoviert, so dass es jetzt verhältnismäßig komfortabel ist. JJ meinte, "Boah, die spinnen doch - sogar die Decke ist gefliest!!". Es stellte sich aber heraus, dass nur die Fliesen am Boden und im Bad echt sind, aber an der Decke ein Laminat im Fliesenlook angebracht ist. Mit Deckenventilator, guten Betten und meistens Strom ist so ein Zimmer aber doch recht komfortabel, wenn man mal davon absieht, dass man das Wasser zum Duschen, Waschen und Spülen in Eimern heranschleppen muss. In den Zweiten Stock reicht der Wasserdruck halt nicht ...


Nachdem wir uns von der anstrengenden Reise ein wenig erholt und frisch gemacht hatten, gingen wir um halb Sieben Essen in unser Standard-Restaurant direkt gegenüber von WEC.


Anschließend schauten wir bei Judy und den beiden Mädels vorbei, die sich seit Freitag bei WEC einquartiert haben. Sie waren gerade beim Abendessen, und luden uns ein danach mit ihnen einen Film zu schauen. Wir Zivis sockten daraufhin kurz nebenan nach GPI.


Als wir wieder zurück kamen, hatten die beiden Mädels schon einen Film ausgesucht. Da wir Jungs aber nicht so auf Liebesfilme stehen, machte ich den Gegenvorschlag, den Film "The Antagonists" (die Gegenspieler) anzuschauen, der von der Zerstörung des Tempels 70 nach Christus und der anschließenden Belagerung der Bergfeste Massada handelt. Zur Überraschung von Ina und Julia wollte Judy lieber diesen Film statt einer "Schnulze" schauen, so dass sie deutlicher als befürchtet in der Minderheit waren. Doch Judy tröstete sie, dass sie den anderen Film anschauen würden, wenn wir Jungs nicht dabei sind.


Nach Filmende gingen JJ und ich ins Internet Cafe, das jedoch bald seine Pforten schloss, weil es schon spät war. Kommen wir eben morgen wieder.

Mo, 21. März 2005

Die erste Ferienwoche


Eine Viertelstunde später als zur Schulzeit fing ich heute meinen "außerunterrichtlichen" Feriendienst an. Dieser bestand darin, in der ganzen Schule Ordnung und sauber zu machen. Ab halb Zehn bekam ich Unterstützung von Paul, der seine Nachtruhe ein wenig ausgiebiger gestaltet hatte. Gegen Elf waren wir schon fertig, so dass wir den Rest des Tages zu unserer freien Verfügung hatten. Oder zumindest fast. Zwischen Siesta und Abendbrot mussten noch die Pflanzen gewässert werden. Das nahm aber nicht mehr als eine Stunde in Anspruch und wurde von uns zwischen halb Sechs und halb Sieben erledigt.



Am Abend gab es Pfannkuchen. Aber nicht irgendwelche, sondern vom Chef höchstpersönlich selbst zubereitet. Sie waren zwar ein wenig dicker als normal, schmeckten aber mindestens genauso gut.



Nach dem Essen gab es die Andacht; die Mitarbeiterandacht ist in den Ferien nämlich von Nachmittags auf Abends verlegt. Heute durfte ich meine Gedanken über Hiob 9 mitteilen. Ab morgen dann sind nur noch die Klaasens, Samuel M. und Yama auf dem Camp. Der Rest ist im Urlaub. Entweder die Andacht fällt dann aus, oder Hermann ist mehrere Male hintereinander dran. Glaube aber nicht, dass er ein Problem damit hat ...

Donnerstag, 20. März 2008

So, 20. März 2005

Auf Grund der Ferien war der Gottesdienst heute mal nicht im Camp, sondern in Kundung Maria. Hingefahren sind nur wir drei Zivis - die Klaasens blieben daheim und genossen einen ruhigen Tag für sich allein.


Statt einer Abendandacht spielten wir diesmal eine Runde Bibelquiz. JJ, Paul und Samuel M. bildeten die eine Gruppe; Betty, Yama und ich waren in der anderen. Der Themenschwerpunkt war Geschichte(n) des Alten Testaments bzw. die darin vorkommenden Personen.

Mittwoch, 19. März 2008

Sa, 19. März 2005

Hermann hatte uns am Vortag schon mitgeteilt, dass Paul und ich an diesem Samstag wieder mit Wässern dran seien. Da am Sonntag aber nicht gearbeitet wird, sollten die Pflanzen heute die doppelte Portion Wasser bekommen, d.h. die Tour musste zweimal gemacht oder insg. 40 Schubkarren Wasser verteilt werden. Aufgrund einer Wunde am Fuß übernahm ich heute die Rolle des Kanister-Füllers, während Paul die undankbare Aufgabe hatte, die 80 Gallonen an den Mann bzw. zu den Pflanzen zu bringen. So eine Wunde hat - wie alles im Leben - eben auch zwei Seiten :-) Paul belohnte ich für seine Mühe mit zwei Cokes, die er dankend annahm.


Das alles spielte sich von 10:23 bis halb Eins ab. Davor hatten wir uns ordentlich ausgeschlafen, so dass Hermann schon fürchtete wir würden gar nicht mehr zur Arbeit kommen. Und danach genossen wir den Rest des Off-Days ebenfalls mit Muße und Ruhe im Zivihaus.


Am Abend schauten Samuel M. und ich zusammen den Film "China Cry" an. Er handelt von einer chinesischen Christin im kommunistischen China der 50-er Jahre, die wegen ihres Glaubens drangsaliert wird, und der es schließlich gelingt, mit Mann und Kindern nach Hong Kong zu entkommen. Diese Metropole war bis Ende Juni 1997 britisches Hoheitsgebiet.

Dienstag, 18. März 2008

Fr, 18. März 2005

Heute war ein besonderer Tag. Um Halb Sechs standen wir auf, und weckten die Kandidaten, die an diesem Morgen ihre letzten Tests schreiben sollten. Aus dem ULC waren das Paul und David Mendy, sowie Mariatou, Martha und Matty. David war der Erste, der an diesem Morgen seinen Test schrieb: schon um 5:45 fingen wir an, damit er rechtzeitig fertig wäre um mit JJ und seinem Bruder Daniel nach Soma zu fahren. JJ und Samuel Manneh sollten dort nach einem Gelle Gelle suchen, das die Kinder nach Kombo fahren könnte; bei dieser Gelegenheit sollten sie die beiden Mendy-Brüder gleich von Soma auf den Weg nach Farafenny schicken.


Paul stand Matty bei ihrem Mathe-Test zur Seite, so dass sie ihn ganz knapp mit 80 Prozent bestand. Im LLC mussten Kombe und Fatou ihre letzten Tests hinter sich bringen. Dann war es geschafft. Die Ferien hatten für alle students begonnen!



Bald kamen Samuel und JJ aus Soma mit einem Gelle Gelle zurück. Das Fahrzeug wurde beladen, und die Kinder stiegen ein. Mit ihnen fuhren außer Sabadou und Nano auch noch Judy, Julia und Ina. Die drei letztgenannten freuten sich schon auf eine Woche Urlaub bei WEC in Kombo.


Als das Auto abgefahren war, kehrte Ruhe ein im Camp. Der Arbeitsrhythmus wurde auf Ferien umgestellt, was aber nicht heißt, dass gar nichts mehr gemacht wurde. Hermann trug mir auf, eine Liste zusammenzustellen, was in der Schule alles repariert und gefixt werden könnte. Nach der Fertigstellung wurde diese JJ übergeben.


Am Nachmittag wässerten Paul und ich die Bäume und Pflanzen des Camps. Aber nicht mit einem Schlauch, sondern mit Wasserkanistern, die per Schubkarre zum Zielort gebracht wurden. Dabei wurden immer zwei Gallonen auf eine Schubkarre geladen. Einer füllte die Gallonen, und der Andere wässerte die Pflanzen. Nach fünf Schubkarren wurden die Jobs gewechselt. 20 Schubkarrenladungen und 60 Minuten später waren wir fertig. Wir hätten vielleicht noch schneller sein können, aber der Wasserdruck, mit dem die Gallons gefüllt werden, stellte sich als der begrenzende Faktor heraus ...

Montag, 17. März 2008

Do, 17. März 2005

Diesen Morgen leerten sich beide Learning Centers schon bald. Bis zur großen Pause war das Lower Learning Center (LLC) völlig ausgestorben, und im Upper Learning Center (ULC) waren lediglich noch drei Schüler verblieben. David Mendy hatte sein Science PACE ebenfalls bereits zu Ende gebracht, und freute sich bereits auf die Coke, die er am nächsten Tag einzustreichen gedachte.


Übrig waren nur noch Daniel Mendy, Mariatou und Matty. Mariatou hatte nur noch einen Self Test zu schreiben, dann war auch sie fertig für heute. Matty schrieb ihren Englisch Test, den sie übrigens mit 99 Prozent glänzend bestand. Dann kämpfte sie sich durch Mathe. Unterstützung bekam sie von Paul.



Ich half unterdessen Daniel mit Englisch. Dieses PACE hatte er gestern noch angefangen in der Überzeugung, es noch vor Ferienbeginn zu Ende bringen zu können. Das war jedoch ein wenig zu viel für ihn. Zwar hatte er am Vortag schon angefangen, und hatte einige Seiten gemacht, doch heute hatte er für die letzten vier Seiten zwei Stunden gebraucht. Schließlich waren nur noch 20 Minuten übrig, aber noch 21 Seiten ausstehend. Seine Enttäuschung war groß, als ich ihm sagte, dass er es wohl nicht mehr schaffen würde.


Matty kämpfte sich inzwischen immer weiter durch Mathe. Bei Schulschluss war sie zwar noch nicht ganz fertig, aber es fehlten nur noch wenige Seiten, so dass Paul sich entschloss seinen Nachmittag zu opfern und das mit ihr vollends durchzustehen. Kurz vor 18:00 beendete sie schließlich den Self Test.


Morgen früh werden einige Schüler noch die letzten Tests schreiben; dann beginnen die Ferien und die Schüler brechen nach Hause auf.

Sonntag, 16. März 2008

Mi, 16. März 2005


Wie schon am Vortag, so setzte sich auch heute die hohe PACE Testzahl fort. Self Tests wurden schon weniger geschrieben, so dass der folgende Tag ruhiger zu werden versprach. Da heute nicht daran zu denken war, wie üblich mit den Schülern Literature zu lesen, setzte Judy mich als persönlichen Betreuer für zwei Schüler ein. Die erste Hälfte des Vormittags half ich Matty Englisch zu Ende zu bringen.


Anschließend sollte ich David Mendy helfen, sich durch sein PACE zu kämpfen. Von 43 Seiten hatte er diesen Morgen erst die Achte angefangen, und er war nur wenig weiter gekommen. Das lag zum Einen daran, dass er nicht allzu gut lesen kann. Zum Anderen war er aber kaum noch motiviert. Jenem konnte größtenteils dadurch Abhilfe geschafft werden, dass ich größere Passagen für ihn las, und ihm beim Finden der Antworten Hilfestellung gab. Doch was half das, wenn er nicht motiviert war, das PACE zu Ende zu bringen?! Kurzerhand setzte ich eine kühle Coke als Anreiz aus, wenn er in diesem Fach vor Ende der Ferien noch einen Stern bekommen würde. Und siehe da, auf einmal konnte er wieder arbeiten! Am Ende dieses Schultages war er bis zum Ende von Seite 27 gekommen. Der Rest dürfte am nächsten Tag vollends zu bewältigen sein ...

Samstag, 15. März 2008

Di, 15. März 2005


Im Upper Learning Center (ULC) standen heute 12 Self Tests und ebenso viele PACE Tests auf dem Programm. Das Lower Learning Center (LLC) stand dem, wie immer, in nichts nach, so dass man ruhig sagen kann, heute waren wir ziemlich busy (beschäftigt) ...!

Freitag, 14. März 2008

Mo, 14. März 2005

Mit nur noch vier verbleibenden Schultagen ist jetzt eindeutig die heiße Endphase vor den Ferien angebrochen. Die Schüler nähern sich in immer mehr PACEs dem letzten Checkup, und Self Tests sowie PACE Tests häufen sich. Am morgigen Dienstag stehen bei Manchen schon die letzten Self Tests auf dem Programm. Sobald sie auch die Tests hinter sich haben, dürfen sie voraussichtlich Hermann zur Hand gehen. Neue PACEs können wir dann wohl nicht mehr austeilen. Nur Daniel Mendy will am Dienstag noch mit Englisch anfangen. Judy meint, das sei o.k.; notfalls könne er den Test auch am Freitag noch schreiben.


Commonwealth Day



Wir waren gerade dabei, den Schultag wie gewöhnlich zu beenden, als die Kinder der muslimischen Dorfschule ins Camp einmarschierten. Sobald die Schule zu Ende war, stürzten unsere Kids natürlich nach draußen um zu sehen, was da vor sich ging. Wie mir Mr Ceesay, der für die Schüler verantwortliche Lehrer, mitteilte, ist am zweiten Montag im März Commonwealth-Day. An diesem Tag durchziehen die Schulen das Dorf und machen bei einflussreichen Personen halt; hier in Massembe gehört auch Hermann zu diesem Kreis. Ob das allerdings im ganzen Commonwealth so Usus ist, weiß ich nicht.


teachers' meeting


Viel Neues gab es diesmal nicht, außer dass Betty sich auf das Procedures Manual zurück besonnen hat, und Judy nahegelegt hat, wieder alles genau so zu handhaben, wie vorgeschrieben. Aus praktischen Gründen hatten wir manche Sachen ein wenig anders gehandhabt. Trotzdem alles gut geklappt hat, soll nun also wieder "nach Vorschrift" unterrichtet werden.

Donnerstag, 13. März 2008

So, 13. März 2005

Heute fuhr JJ nach Kundung. Die Predigt wurde von Lamin Bah gehalten. Er sprach über die Stelle in Hebräer 12, die das Leben mit einem Wettkampf vergleicht. Da seine Predigt (30 min) nur halb so lange wie der Einleitungsteil war, waren wir heute mal ungewohnt früh fertig. Find ich aber gut, wenn sich jemand kurz fassen kann ...


Am Nachmittag bereiteten Nano und Samuel M. das Fleisch der am Vortag erlegten Affen zu. Einen Teil des Fleisches verzehrten sie mit den boys sofort, den Rest gab es zum Abendessen. Wenn es Affenfleisch gibt, langen die Kinder - und die boys vor allem - immer so hin, dass nix (zumindest kein Fleisch) übrig bleibt, und sie pappsatt sind!


Briefing


Am Ende der Abendandacht sagte Hermann in seinem Briefing, dass über die Zivis für die nächste Saison nun entschieden sei. Drei würden bereits feststehen, und vermutlich noch zwei weitere hinzukommen. Allerdings sind sie keine richtigen "Zivis" mehr, sondern FSJ-ler. Diese formale Unterscheidung bringt wohl insgesamt mehr Vorteile und ist auch insofern günstiger, als der Zivildienst wohl auf absehbare Zeit abgeschafft wird. Mit anderen Worten heißt das, dass Paul und ich die letzten Zivis auf dem Massembe Camp sind.


Außerdem gab er uns allen einen Einblick in die Pläne des nächsten Jahres. Es werde überlegt, sowohl in Somita als auch hier wieder einen Kindergarten zu haben, und hier vielleicht sogar eine Vorschulklasse einzurichten. Darüberhinaus muss auch irgendwann abgeklärt werden, welche Schüler bleiben, welche das Camp verlassen, und welche neu hinzu kommen. Denn ab nächstem Schuljahr kann die Seeds of Truth Academy von einer Stiftung profitieren, die vor zwei Jahren von School of Tomorrow® gegründet wurde. Diese Stiftung wurde speziell für Missionsschulen und ähnliche, finanziell unterprivilegierte akademische Einrichtungen, die ACE-Materialien verwenden, eingerichtet. Voraussetzung ist aber unter anderem eine Beschreibung über jeden Schüler (mit Bild), so dass Hermann das natürlich zügig über die Bühne bekommen möchte. Deshalb hat er die Schüler jetzt schon darauf hingewiesen.



Die Stiftung würde den Schülern dann kostenlose PACEs zur Verfügung stellen; ob es dabei irgendeine Beschränkung gibt, ist mir nicht bekannt. Für die Schüler würde das eine unter Umständen erhebliche Zeitersparnis bringen, da sie nicht mehr so viel kopieren müssen wie bisher, sondern lediglich noch die Lücken der Lückentexte ausfüllen müssen. Bisher hatten die Kosten von 5 US-Dollar pro PACE die Schulleitung dazu veranlasst, nur wenige PACEs zu kaufen. Die Antworten wurden dann in gesonderte Arbeitshefte geschrieben, so dass das PACE mehrere Male wiederverwendet werden konnte. Bereits abgegriffene PACEs wurden langsameren Schülern zum Reinschreiben zur Verfügung gestellt, was ihnen eine gewisse Zeitersparnis brachte. Diese soll nun allen Schülern zu Gute kommen. Praise the Lord!!

Mittwoch, 12. März 2008

Sa, 12. März 2005

Paul und JJ gingen heute Nachmittag mit Samuel Manneh mal wieder jagen. Ihre Ausbeute war drei Affen, die anschließend von JJ und Samuel M. ausgenommen wurden.



Paul bereitete sich derweil auf den Fun Evening vor. Es sollte zwar kein Videoabend, aber etwas Ähnliches werden: ein Bilderabend. Seit dem letzten Bilderabend Anfang November waren gut vier Monate vergangen. Entsprechend standen mehrere Tausend Bilder zur Auswahl und Sichtung. Rund vierhundert blieben schließlich übrig.


Am Abend teilte uns Hermann mit, dass er im Observer gelesen habe, dass Sport Hunting ab heute verboten sei. Obwohl er selbst sagte, dass er nicht wisse, was unter Sport Hunting zu verstehen sei, sammelte er das Gewehr ein und gab uns zu verstehen, dass Jagen ab sofort passé sei. Und ich hatte mich schon so aufs Jagen in den Ferien gefreut. Dumm gelaufen ...!

Dienstag, 11. März 2008

Fr, 11. März 2005

Bisher hatten Judy und ich die Art Class immer zu zweit gehalten. Wir waren zwar abwechselnd für das "Programm" verantwortlich, aber anwesend sollten immer beide sein. Heute stellte mir Judy frei zu kommen. Das Angebot nahm ich dankend an, und nutzte die unerwartet freie Zeit zum Gitarre spielen. In einem "normalen" Arbeitstag hat man nämlich nur sehr wenige (zeitliche) Freiräume dazu.


Am Nachmittag ereignete sich Folgendes. Alex war von JJ beim Stehlen erwischt worden. Hermann und Nano führten daraufhin ein sehr ernstes Gespräch mit ihm. Sie wiesen ihn auch darauf hin, dass er noch kein Kind Gottes sei, und dass jetzt der Zeitpunkt gekommen sei, sich für oder gegen ihn zu entscheiden. Nach einer 30-minütigen Bedenkpause bat Alex schließlich um die Vergebung seiner Sünden. Er ist schon der zweite der Jungs, der erst beim Stehlen erwischt wurde, und anschließend Jesus in sein Herz einlies.


Als Hermann uns beim Abendessen mitteilte, was sich ereignet hatte, teilte ich ihm diese Beobachtung mit, und fragte ihn, wie das wohl weitergehe. Mir erscheint es nämlich seltsam, dass die Jungs Jesus erst in ihr Leben einlassen, wenn sie beim Stehlen erwischt werden, und somit (v.a. im Fall von Alex) unmittelbar vor einem Campverweis stehen. Hermann sieht das aber allem Anschein nach nicht so ...


Nachdem die Sache mit Alex geklärt war, wollte Nano sofort nach Kundung aufbrechen. Dort wollte er das Wochenende verbringen. Ich wieß ihn darauf hin, dass er am Samstag mit der Gestaltung des Fun Evening dran sei. Das schien ihn jedoch nicht sehr zu beeindrucken; seine Pläne für das Wochenende standen schließlich fest, und erschienen ihm eindeutig wichtiger. Da lief mir gerade Hermann über den Weg, und ich teilte ihm mit, dass Nano nicht daran denke, einer Verpflichtung nachzukommen, die schon seit einigen Wochen angekündigt und festgeschrieben war. Hermann machte ihm denn auch klar, dass er hierzubleiben habe, sofern er nicht irgendjemand finden würde, der für ihn einspringe. Schließlich erklärte sich Paul bereit, für Nano den Fun Evening zu halten. Das heißt, es wird wohl auf einen Filmabend oder Ähnliches hinauslaufen, da Paul einmal explizit die Doktrin aufgestellt hat, dass er keine Spiele mit den Kids macht.



Nach der Abendandacht schnitt JJ mir die Haare. Ich hatte mir zu diesem Zweck extra den Langhaarschneider von Hermann ausgeliehen. In letzter Zeit haben wir tagsüber Temperaturen von knapp unter 40 Grad; nachts ist es nur zehn Grad kühler. Deshalb war bei mir erneut das Modell "Billiard-Kugel" angesagt. Das Schneiden der letzten Glatze lag inzwischen schon gut ein Vierteljahr zurück. Bis zu meiner Rückkehr Ende Juli werde ich wohl mindestens noch ein weiteres Mal die Haare schneiden lassen müssen ...

Montag, 10. März 2008

Do, 10. März 2005

Am Abend kam Judy zurück. Neben Julia brachte sie auch noch ein Paket von meinen Eltern mit.


David Mendy ist heute krank geworden. Ina hat ihn einfach mal auf Verdacht auf Erkältung und später auf Malaria behandelt. Am späten Abend kam er zu uns ins Zivihaus, und ruhte sich auf der Couch aus.



Es brauchte nicht lange, da war er eingeschlafen. Wir liesen ihn die Nacht auf der Couch verbringen. Bevor wir selbst zu Bett gingen, deckten wir ihn zu. Die Temperaturen tagsüber und nachts unterscheiden sich nämlich wie Tag und Nacht.

Sonntag, 9. März 2008

Mi, 09. März 2005


Judy war wie angekündigt um 6:00 morgens nach Kombo aufgebrochen. Am Abend sollte nämlich eine Julia aus ihrer Gemeinde am Flughafen ankommen; eigentlich wollten zwei Mädels, beide mit demselben Namen, kommen, doch die Eine hatte kurzfristig abgesagt, da ihre Mutter krank geworden ist. Das wussten JJ und Samuel M. jedoch noch nicht, und so richteten sie am Nachmittag das Lamin Bah Haus her, wo die beiden Julias wohnen sollten. Der Zaun war an einer Stelle eingefallen, und musste noch repariert werden. Außerdem malte eines der Mädels ein Willkommensschild.


Wenn man mal von zwei Dingen absieht, war in der Schule heute alles so wie immer. Das Erste: ich vertrat Judy. Das Zweite: Mary war nicht mehr da, so dass wir jetzt statt 25 nur noch 24 Schüler haben. Denn Kombe durfte bleiben.

Di, 08. März 2005

Spät in der Nacht des Vortages war Sabadou Gomez aus Kombo zurück gekehrt. Paul war auch wieder fit, und so konnten wir zur Abwechslung mal wieder einen Schultag in Bestbesetzung abhalten. Mit Matty, Martha, Buba und Alpha bearbeitete ich das lange brach liegende Feld "Literature", sprich ich kam mal wieder dazu mit ihnen ihre Bücher weiter zu lesen. Diese bis zu den Ferien abzuschließen ist jedoch hoffnungslos. Zu schlecht ist noch das Leseverständnis und viel zu kurz die Zeit, die ich pro Schüler und Woche im besten Fall aufbringen kann: eine halbe bis eine ganze Stunde die Woche. Nur ein sehr geringer Prozentsatz unserer Schüler ist momentan im Stande ein Buch selbstständig zu lesen, zu verstehen was gelesen wurde, und die begleitend gestellten Fragen zu beantworten.



Tag der Emotionen


Gleich mehrere Ereignisse trugen heute dazu bei, dass unterschiedliche Emotionen geweckt wurden.


1) Mary Mendy


Da waren zum Beispiel Mary und Kombe. Als ich um 7:40 das Zivihaus in Richtung Schule verlies, sah ich die beiden auf dem Mäuerchen vor dem Main House sitzen. "Die warten wohl auf jemanden", dachte ich, und grüßte sie fröhlich. An ihrer verhaltenen Antwort merkte ich jedoch, dass irgendwas nicht stimmte, und dass sie hier wohl auf der "Strafbank" saßen. Sie kamen den ganzen Vormittag über nicht zur Schule.


Gegen Abend erfuhr ich von Hermann, dass die Sache, für die sie auf der Strafbank saßen, sich schon am Vorabend ereignet hatte; es waren noch andere Kids beteiligt gewesen, aber außer den beiden hatten sich inzwischen schon alle entschuldigt. Kurz nach dem Abendessen schien sich der Fall aufzulösen. Mary und Kombe hatten sich inzwischen bei allen entschuldigt - außer bei Sabadou. Als Hermann sie fragte, warum sie sich denn nicht bei Sabadou entschuldigen wollten, entgegnete ihm Mary, sie spreche für gewöhnlich nicht mit Sabadou ...!


In der Computer Class teilte Hermann den boys und mir mit, dass Mary am nächsten Tag von Judy nach Hause gebracht werden würde — sie ist bis auf weiteres von der Schule suspendiert. Über eine etwaige Suspendierung Kombes wollte Hermann in der Nacht nachdenken.


2) Judy



In der zweiten kleinen Pause rügte mich Judy, warum ich denn ihre Supervisor Flaggen beantworten würde, wenn ich gerade nicht mit den Kindern lese. Wenn ich nicht ausgelastet wäre, dann könnte sie mir noch Arbeit in Form von Word Building und Math Class beschaffen. Dabei hatte sie mich vor einigen Tagen gebeten mir bei der Beantwortung zu helfen! Diese und andere Sachen gingen mir die ganze Siesta im Kopf herum, so dass ich nicht zur Andacht kam. Um 16:00 ging ich wie gewohnt zur Schule, um meine nachmittägliche Arbeit zu tun. Da teilte Judy mir mit, dass sie am folgenden Tag schon um Sechs abfahren würde, und nicht erst nach der Schule. Ich würde also für zwei Tage komplett für die Schule verantwortlich sein! Und das, obwohl sie noch am Vormittag ein Problem damit hatte, dass ich ein paar Supervisor Fähnchen beantwortet hatte! Das verstehe, wer will ...


3) Paul Mendy


Alle paar Tage oder Wochen juckt den Einen oder Anderen der Schüler das Hinterteil, und sie testen aus, wie weit sie sich uns widersetzen können. Heute war Paul an der Reihe. Nach der großen Pause rief ich wie gewöhnlich allen Schülern zu, dass es jetzt wieder Zeit sei reinzukommen und weiterzuarbeiten. Paul, der mit ein paar anderen boys im Schlepptau und einem Tennisball am Fuß seine Dribbelkünste unter Beweis zu stellen versuchte, schien jedoch nichts zu hören. Schließlich, nach mehrfacher Aufforderung, reagierte er - provokativ. Er kickte den Tennisball nämlich genau in die entgegengesetzte Richtung, in die er gehörte, und machte sich auf den Weg zur Schule. Ich rief ihm zu, er solle den Ball schnappen, und ihn aufräumen. Er wisse nicht, wo der hingehöre, kam die Antwort. Doch nachdem Nkuke es ihm mitgeteilt hatte, behauptete er, es immer noch nicht zu wissen.


Der Fall war klar: er wollte mich tatsächlich vor den Augen seiner Mitschüler zum Narren halten! Ich holte Nano Manneh, und schickte die restlichen Schüler zurück in die Schule. Dann klärten wir Pauls Fehlverhalten in einem 6-Augen-Gespräch. Da seine Einsicht nicht sonderlich groß und ihn sein Hinterteil immer noch zu jucken schien, verabreichte ich ihm zwei Stockstreiche. Anders als Buba kann sich Paul aber nicht gut zusammennehmen; schon vor dem ersten Streich fing er an zu weinen. Danach wies ich in an, sich vor der Schule hinzusetzen, bis er mir etwas zu sagen habe. Dann konnte er mich rufen; ich war nämlich ebenfalls vor der Schule, um mit Buba Literature zu lesen.


4) Pa Samba


Während wir lasen, und Paul noch da saß, kam Pa Samba, ein Einheimischer, auf uns zu. Er bat uns um Hilfe, um Stroh vom Wellblechdach des Lamin Bah Hauses zu holen, das er seinem Pferd zum Fressen geben wollte. Hermann habe es ihm erlaubt. Da ich nicht wusste, wo Hermann war, und wo ich Rückkopplung finden konnte, beschloss ich ihm zu glauben. Also wies ich Paul an, ihm zu helfen. Buba und ich lasen in der Zwischenzeit weiter. Kurze Zeit später kam Hermann aus der Schule; zur Sicherheit fragte ich nach, und da stellte sich heraus, dass Hermann von alledem nix wusste. Pa Samba hatte mich also rotzfrech belogen. Während Paul wieder runter vom Dach kam, schirrte Pa Samba sein Pferd an, und sah zu dass er vom Compound kam.


Wiederum kurze Zeit später kam Paul zu mir und entschuldigte sich. Wir beteten zusammen, dann durfte er wieder in die Schule und weiterarbeiten. Über sein Verhalten wird Judy aber seine Mutter informieren, wenn sie seine Schwester Mary morgen nach Hause bringt.



Geburtstag


Gerade war die Schule zu Ende, und JJ von der Arbeit gekommen, als Hermann den Kopf zum Zivihaus herein steckte und verkündete, dass eine Frau in den Wehen liege und schnellstens nach Soma ins Krankenhaus gebracht werden müsste. Da sie sowieso noch je zwei Passbilder machen lassen mussten, übernahmen Paul und JJ den Job. Um das Risiko einer Niederkunft im Auto so gering wie möglich zu halten, fuhren sie nicht auf der Löcher übersähten Hauptstraße, sondern nahmen den Schleichweg hintenrum. Sie kamen noch rechtzeitig zur Entbindung ins Krankenhaus; abends ging es der Frau offensichtlich schon wieder so gut, dass sie bei Hermann anrief, und sagte, sie könne nun wieder abgeholt werden. Da kannte sie aber Hermann schlecht — der Toyota ist schließlich kein Taxi ...

Mo, 07. März 2005

Am frühen Morgen fühlte Paul sich nicht fit genug für die Schule, so dass wir den Tag mit drei Lehrern begannen. Judy würde zum zweiten Mal in Folge ihren Off-Day opfern, und sich allein um das ULC kümmern, während Nano und ich für das LLC verantwortlich sein sollten. Die jüngeren Schüler im LLC müssen nämlich noch mehr lesen und brauchen insgesamt etwas mehr Betreuung als die im ULC. Trotzdem kamen wir nicht umhin, allen Schülern das A-Privilege zu verleihen, damit sie selbstständig scoren gehen konnten.



Nach einem Drittel des Vormittags kam Betty in die Schule; und zwar nicht, um kurz was mit Judy zu besprechen, sondern um ihr tatkräftig unter die Arme zu greifen! Als ich sie später fragte, wie lange sie schon nicht mehr als Lehrer in der Schule gewesen sei, meinte sie, das sei schon einige Jahre her, aber es liege ihr im Blut. Trotzdem kann sie sich eine dauerhafte Rückkehr in den Unterricht als Lehrer erst in etwa 10 Jahren vorstellen, wenn ihre Kinder etwas größer sind.



Alles in allem kamen wir zu viert richtig gut zurecht, so dass die A-Privileges in der nächsten Pause von Judy gleich wieder eingesammelt wurden. Das hatte jedoch bei einigen Schülern einen kleinen Motivationseinbruch zur Folge, hatten sie sich doch so über das A-Privilege gefreut.


Paul erholte sich inzwischen; am Nachmittag war er schon wieder so fit, dass er seinen nachmittäglichen Pflichten in der Schule nachkam, und abends sogar Computer Class hielt.

Donnerstag, 6. März 2008

So, 06. März 2005

Vor den Ferien war heute das letzte Mal mein "Turn" die Kundung People abzuholen. Lamin Manneh war heute nicht da, dafür aber Seal. Und zu meiner großen Überraschung waren heute alle rechtzeitig fertig, so dass wir uns bereits zwei Minuten vor Neun (!) auf den Weg nach Massembe machen konnten. Für die 14 km braucht man wegen der schlechten Straße, wenn man zügig fährt, eine knappe halbe Stunde. Richtig pünktlich kamen wir zum Gottesdienst. Hermann predigte wieder; nur leider war die heutige Predigt im Wesentlichen ein Wiederkäuen der Predigt des letzten Sonntags (über die Endzeit). Der große Unterschied zu letztem Sonntag bestand lediglich darin, dass wir heute Abendmahl hatten.



Nachmittags gab es "zur Abwechslung" (JJ) mal wieder Affenfleisch. Weil ihm die Wildschweine einfach nicht vor die Flinte laufen wollten, hatte JJ am Vortag zwei Affen geschossen, die Nano nun heute Nachmittag zubereitete. Die Kinder bekamen einen Großteil davon, so dass mir am Abend einer der Jungs mitteilte, "so satt wie heute sei er noch nie gewesen."

Mittwoch, 5. März 2008

Sa, 05. März 2005

Fern vom Trubel verbrachte ich den ganzen Tag im Zivihaus. Ich zog mich so zurück, dass mich eines der Kinder fragte, ob ich krank sei. Nun ja, man muss ja nicht unbedingt krank sein, um Ruhe zu brauchen bzw. zu genießen ...


Fun Evening


Paul hat mit den Kindern einen Film angeschaut: Captain Courageous. Der Film handelt von einem reichen, verzogenen Bengel, der bei einer Schifffahrt über Bord geht, und von einem Fischerboot aufgesammelt wird. Das einfache Leben auf dem Fischerboot verändert ihn, so dass er als ganz anderer Junge von Bord geht.

Fr, 04. März 2005

Art Class


Wie schon beim letzten Mal hatte ich auch dieses Mal ein etwas flaues Gefühl, wie die Art Class wohl werden würde. Wie damals betete ich auch diesmal, dass der Herr mir gelingen schenken möge, und genau wie beim letzten Mal lief es auch diesmal besser als erwartet. Dank sei Ihm!! Und so war es:


Als Einstieg liefen wir kreuz und quer über den Hof. Nach einem kurzen Scripture Talk über Prediger 9,10 fertigte jeder eine Zeichnung an, bei der eine Linie sich wand und vielfach überschnitt. Dann suchten, fanden und benannten wir Formen, die uns bekannt vorkamen. Anschließend malten wir sie aus.


Nun kam der Teil, der ihnen am meisten Spaß machte, auch wenn ich das nicht unbedingt als Höhepunkt geplant hatte. Auf einem Tisch drapierte ich 14 unterschiedliche Gegenstände, von denen manche leicht, andere etwas schwieriger zu zeichnen waren. Es gab da eine Frisbee, eine Streichholzschachtel, einen Sprite- und einen Cola-Kronkorken, einen Bleistift, einen Spitzer, einen Radiergummi, einen Hausschuh, eine leere Cola Flasche, eine verbeulte Thermoskanne, einen Gyro-Twister, eine Schere, einen Pinsel und meine Armbanduhr.



Zunächst nahm ich verdeckt zwei Gegenstände weg, und lies die Schüler sagen, welche fehlten. Im nächsten Stadium bat ich jeweils einen Schüler nach vorn, der verdeckt zwei Gegenstände entfernte; die restlichen Schüler sollten nun die beiden fehlenden Gegenstände zeichnen. Das wiederholte ich einige Male. Schließlich nahm ich alle Gegenstände weg, und forderte sie auf, nun auch die noch fehldenden Gegenstände zu ergänzen.


Die Kinder gaben sich richtig Mühe, und es machte ihnen auch sichtlich Spaß. Endlich mal was Richtiges zeichnen, und nicht immer nur Linien, Formen und Muster!!



Am Abend machte JJ devotion mit den kleinen und den großen Jungs zusammen, weil Hermann immer noch nicht aus Kombo zurück war; der kam um erst um 20:30.

Do, 03. März 2005

Da Nano am späten Nachmittag des Vortages zurück gekommen war, waren wir heute wenigstens wieder zu viert.


Filmabend


Die Computer Class für die Jungs fiel heute abend aus, weil Paul sich nicht fit genug fühlte. Die kleinen boys standen ebenfalls ohne devotion da, weil Hermann noch immer in Kombo war. Judy wollte mit den Mädels sowieso einen Film anschauen, und so schauten die boys eben kurzerhand mit; der Film handelte von John Wycliffe, einem englischen Bibelübersetzer und Zeitgenosse sowie Vorreiter Martin Luthers.

Mi, 02. März 2005

In aller Frühe - um 6 Uhr, um genau zu sein - brach Hermann mit Sabadou nach Kombo auf. Hermann will dort seine work permit (Arbeitserlaubnis) abholen, und Sabadou hofft, ein Visum für ihre Amerika-Reise im Juli zu bekommen.


Da Nano noch nicht vom Zahnarzt zurück war, den er übers Wochenende in Kombo aufsuchen wollte, waren wir Lehrer heute nur zu dritt.


In der Nachmittagsandacht wäre heute Sabadou dran gewesen. Weil sie nicht da war, war ich schon wieder an der Reihe, was ich aber nicht realisiert hatte, so dass an diesem Nachmittag jeder etwas beitragen durfte.



Weidmannsheil


Am Abend gingen die drei Weidmänner JJ, Paul und Samuel Manneh wieder jagen - mit dem gleichen Erfolg wie die letzten Male. Langsam erinnern sie mich an "Dinner For One": the same procedure as every year / night.



Aber immerhin lernen sie stetig dazu. Das erste Mal haben sie noch alles "falsch" gemacht. Beim zweiten Mal haben sie immerhin schon eine Wildschwein-Tränke ausfindig gemacht, und Samuel mit dem Gewehr dort warten lassen. Leider war der Lauf nicht ganz geschlossen, so dass es lediglich laut klickte, als Samuel versuchte abzudrücken. Alle Wildschweine machten sich daraufhin natürlich auf und davon. Dass das am Lauf gelegen hatte, wusste Samuel aber nicht; um zu "beweisen", dass etwas mit der Patrone nicht stimmte, öffnete er das Gewehr zunächst, zeigte die Patrone, schloss es wieder - diesmal richtig - und drückte ab.


Buuuummmm!!!!


Zum Glück hatte er auf niemanden gezielt ...!! Gut, diese Lektion hatten sie gelernt. Das Nächste war, dass die Kugeln in den bullets viel zu klein waren, um damit ein Wildschwein zu schießen. Oder, wie JJ es ausdrückte: "Einen Affen kannst du damit schießen, aber so ein fettes Wildschwein lacht da nur!" Also haben sie vor dem nächsten Jagdzug die kleinen Kugeln eingeschmolzen, und größere draus gemacht. Das ist jedoch mühevoll, so dass sie es sich nun zweimal überlegen, bevor sie eine Patrone abfeuern.


Außerdem haben sie noch gelernt, dass es ungünstig ist, wenn man mit dem Wind kommt, und dass man besser eine Taschenlampe mitnehmen sollte. Denn wenn man nicht gerade bei Vollmond jagen geht, hört man die Viecher wohl rund um einen her schmatzen, aber man sieht nicht, wohin man schießen soll.

Samstag, 1. März 2008

Di, 01. März 2005

Hoher Besuch


Bei der Mitarbeiterandacht gab Hermann bekannt, dass heute Nachmittag der Chief Commissioner (CC) das Camp besuchen würde, aller Vorraussicht nach so gegen 18:00. Der Präsident will nämlich dieses Jahr wieder in diese Gegend kommen, und er überlegt sich , ob er auch im Camp vorbeischauen will. Also haben wir geschaut, dass wenigstens einigermaßen Ordnung geherrscht hat.



Der CC kam etwas früher als erwartet, und Hermann zeigte ihm zunächst die wichtigesten Teile des Camps, wie z.B. die Workshops, den Wassertank und die Schule. Da wir offiziell ja nicht zum Missionieren im Land sind, sondern wegen unseres Landwirtschaftsprojekts, ging es anschließend natürlich in den Garten. Begleitet wurde der CC von etlichen Dorfchefs aus der Gegend, die munter ihre Meinung kund taten, was man mit dem Garten alles machen könnte. Hermann dämmte ihren Redefluss nicht ein - da musste er selbst schon nicht so viel sagen. Nach einem großen Palaver im Garten verabschiedete sich der CC wieder.



Ob und wann der Präsident nun wirklich kommt, ist weiterhin offen. Hermann hofft, dass er sich nicht herbemüht, weil das für ihn (Hermann) natürlich einen großen Trubel bedeuten würde. Andererseits, wer empfängt nicht gern einen Präsidenten? Für die Kids und die Leute aus dem Dorf wäre es auf jeden Fall das Highlight des Jahres! Warten wir's ab ...